Es war einmal eine Familie...
die war nich wirklich dolle... ziemlich abgehoben.. sie hatten ein Aupair, dass sie eher wie ein Dienstmädchen behandelt haben...
sie bekam keinen Schlüssel und musste deswegen immer vor 1 Uhr nachts zu Hause sein (was in Madrid am Wochenende ziemlich unmöglich ist, da vor 2 Uhr nichts los ist). Da gaben sie ihr die Möglichkeit erst am nächsten morgen um 8 Uhr nach Hause zu kommen und sich zu überlegen wo sie bleibt... aber trotzdem sollte sie um 8 Uhr arbeiten.
Natürlich ist es, wie ihr euch sicher denken könnte alles schief gelaufen... Das Aupair kam am Samstag morgen um 6 Uhr nach Hause und musste, da es eiskalt war und regnete, das Dienstmädchen aus dem Bett klingeln, wovon die Eltern gar nichts mitkriegen...
so jetzt hörts auf märchenhaft zu sein und ich schreibe lieber wieder normal...
Ich habe mich natürlich bei dem Dienstmädchen entschuldigt und sie sagte mir es wäre ok... dann habe ich den Wecker auf 8 Uhr gestellt, da ich mir dachte, dass sie trotz meines Anrufs am letzten Abend, erwarten werden, dass ich arbeite...
Es kam wie es kommen musste, ich habe meinen Wecker nicht gehört (als ich um viertel vor neun aufwachte war ich hell wach, also daran lag es nicht.. ich schätze ich hab nen falschen Knopf gedrückt)
Die Mutter kam um zehn vor neun (ich war gerade aufgestanden udn wollte mich anziehn) an meine Türe und motzt mich an, dass das nie wieder passieren dürfte und dass es wohl nicht sein könne, das sie sich an einem Samstag morgen um ihr eigenes Kind kümmern müsste (das hat sie wortwörtlich gesagt).
Der kleinste ist wohl aus seinem Bett raus und hat durch das Öffnen der Zwischentür den Alarm ausgelöst, da er in die KÜche wollte um seine Milch zu bekommen... Obwohl ich den Alarm nicht abstellen kann und dem Kind auch noch nie seine Milch gegeben habe (das machen die Dienstmädchen immer) war es alles meine Schuld... ich hätte wahrscheinlich auch mit meiner Anwesenheit nichts ausrichten können, da die Kinder so verwöhnt sind, dass sie wenn sie nicht kriegen was sie wollen, sofort losschreien...
Ich gebe ja wirklich zu, dass das ganze blöd gelaufen ist, aber ich wüsste wirklich nicht was ich jetzt absichtlich falsch gemacht haben soll... ich hatte son ein schlechtes Gewissen, dass ich verschlafen hatte, dass ich wahrscheinlich die nächsten drei Wochenenden gar nicht mehr weggegangen wäre...
Tja.. also ich ziehe mich an und gehe in Richtung Küche um mich um die Kinder zu kümmern, da ruft mich die Gastmutter ins Wohnzimmer und sagt mir... Das funktioniert so nicht.. pack deine Sachen und geh!
Sie hat mich rausgeworfen.. in einer fremden Stadt mit einer Sprache, die ich kaum spreche...
ich bin dann also mit dem Taxi in die Stadt gefahren, habe mich in einem Hotel eingenistet und meine Freundinnen angerufen... die kamen dann auch und wir sind zusammen durch die Stadt gelaufen..
Am Nachmittag kriege ich dann einen Anruf (eher gesagt vier, die ich jedesmal weggedrückt habe) von meiner Gastmutter
Also schreibt sie mir eine SMS mit den Worten, wenn ich wollte könnte ich zurückkommen, sie mache sich Sorgen wo ich heute Nacht bleiben werde.
Ich habe ihr dann geantwortet, dass ich etwas für die Nacht habe und mich nicht wohl dabei fühlren würde zurück zu kommen...
Also blieb ich bis Dienstag in der Stadt, da Gisela von meiner Organisation mit der ich hier bin, dummerweise bis Montag abend in Deutschland war, um mich dann mit ihr zu treffen.
Sie erzählte mir, dass meine Familie mich wirklich gerne zurück haben möchte, da ihre Kinder nur noch weinen würden, weil ich weg bin und sie ja auch sonst total begeistert von mir seien...
Ich habe mich dann bereit erklärt unter folgenden zwei Bedingungen der Familie eine zweite Chance zu geben:
1. ich bin Teil der Familie und kein Dienstmädchen, so möchte ich also auch behandelt werden (sie hatten mich bei einem Besuch bei der Großmutter, wo auch andere Verwandte waren, nicht mal vorgestellt und ich sollte dann auch noch alleine in der Küche essen, während sie im Wohnzimmer alle zusammen saßen)
2. ich bekomme einen Schlüssel oder sie finden eine andere Möglichkeit, wo ich am Wochenende übernachten könnte. ( ich kann mit ihren vier Kindern alleine durch die Gegend ziehen, aber bin nicht vertrauenswürdig genug um auf den Haustürschlüssel aufzupassen??)
Meine Gastmutter hat das ganze dann so gedreht, dass sich eigentlich nichts verändert hätte, es aber doch so klingt...
Sie sagte, da ich das Monatstiket ja nicht brauchen würde, würde sie mir 85 euro (statt 70) in der Woche bezahlen würde und ich am Wochenende bis auf Sonntag nachmittag frei hätte und dann gucken könnte, wo ich übernachte... (Da ich das Monatstiket sehr wohl brauche, da ich zum Beispiel jeden Wochentag zur Sprachschule fahren muss und auch immer mal wieder nach Madrid muss, macht das ganze also gar keinen Unterschied)
Zu der Anschuldigung, sie würde mich wie ein Dienstmädchen behandeln, sagte sie nur, sie könne nichts dafür, wie ich in anderen Häusern behandelt werde (es war das Haus ihrer Mutter), aber sie würde mich ja als große Schwester der Kinder ansehen.. (achso deswegen esse ich auch mit den Dienstmädchen, während sie alleine im Wohnzimme isst und kriege keinen Schlüssel)
Ich habe also nein gesagt und Gisela gebeten mir eine neue Familie zu suchen. Die hat sie dann auch direkt gefunden und ich hab mich am Donnerstag mit der Mutter Casilda getroffen...
Vorher hatte ich aber wirklich ein paar schöne Tage in der Jugendherberge mit Leuten aus aller Welt...
Die neue Familie ist einfach nur super...
1. habe ich hier nicht das Gefühl, dass ich dafür da bin um die Kinder von den Erwachsenen fernzuhalten, sondern eher, dass sie am liebsten den ganzen Tag was mit ihren Kindern machen würden, es aber zeitlich einfach nicht schaffen..
2. habe ich direkt bei der Ankunft alle Schlüssel bekommen, so dass ich raus und wieder kommen kann wann ich möchte...
3. haben sie drei süße (naja sie sind auch anstrengend, aber so sind Kinder halt) Kinder von 2, 4 und 5 Jahren (2 Mädchen, 1 Junge) und sie erwartet auch noch Zwillinge (Ende des Monats), um die ich mich aber nicht kümmern muss... überhaupt muss ich mich eigentlich nur um die beiden älteren kümmern, da die Mutter nicht arbeitet und daher die kleinste meißtens bei sich hat...
4. habe ich das Wochenende bis Sonntag nachmittag frei
5. kriege ich 100 Euro die Woche (statt 65)
6. habe ich eine eigene Etage mit Bad, 2 Zimmern und Balkon, die ich selbst putzen darf (das durft ich vorher nicht und sowas ist echt ätzend, wenn ständig jemand an deine Sachen dran geht..)
7. sind die beiden total nett und überhaupt nicht abgehoben, obwohl man an den Möbel und Geräten schon sieht dass sie viel Geld haben
8. sie sind erst vor 2 Monaten aus London hier her gezogen, wo sie auch schon Aupairs hatten und möchten, dass ich mit den Kindern englisch rede, da sie es hier sonst wieder verlernen. Sie können es also sowohl sprechen als auch verstehen, was es viel einfacher macht
9. ich hab immer noch Internet im Zimmer
10. Sie freuen sich über jede Hilfe.. egal was ich mache und ich muss nichts spülen oder waschen, da sie dafür eine Putzfrau haben, die jeden Vormittag kommt. Sie macht auch das Mittagessen für die Kinder
10. meine Arbeitszeiten sind richtig super und ich kriege immer mal wieder einfach so frei, weil sie wegfahren oder jemand zu Besuch kommt usw.
11. ich wohne jetzt in Pozuelo, etwa 5 Minuten von den Häusern von zwei meiner Freundinnen entfernt...
Also wie ihr seht, bin ich hier überglücklich...
Die Kids hier sind natürlich anstrengend, wie jedes Kind und haben alle drei den Tick, wegen jeder Kleinigkeit zu schreien und zu heulen... sie überspringen dann einfach die Stufen: Reden, Motzen, Stur sein, beleidigt sein....
Sie sind aber total zutraulich... also sie kommen immer wieder an und wollen umarmt werden (sogar die 2 jährige und das ist nicht wirklich normal in dem Alter, dass das so schnell geht)
Gestern wollte ich sie zum Beispiel baden und die Viktoria (2) fing an zu weinen und konnte gar nicht mehr aufhören.. ich wusste einfach nicht warum, denn das Wasser war nicht zu heiß und ich hatt noch nicht mal mit dem waschen angefangen... Sie hat sich nicht beruhigt, bis ich sie in den Arm genommen habe, wo sie dann nicht mehr wegwollte und ich Schwierigkeitne hatte sie davon zu überzeugen, etwas anzuziehen...
Enrique hat dann auch so einen Terz gemacht, aber auch er konnte mir nicht sagen, was sein Problem ist.. ich glaube einfach es fehlt hier ein wenig Autorität, aber das krieg ich schon in den Griff, habe heute morgen Patricia (4) ne viertelstunde auf der Treppe sitzen lassen, weil sie nur geheult hat ohne irgendeinen Grund zu haben.. also es ist wirklich überhaupt nichts passiert.. sie saß da und fing an zu heulen.. hab sie gefragt was los sei und sie fing an zu schreien.. also hab ich sie rausgesetzt und ihr erklärt, dass sie nur wieder reinkann, wenn sie aufhört zu weinen...
Natürlich versuchen die Kids sich immer wieder hinter ihrer Mum zu verstecken, da sie wahrscheinlich sonst immer sagt, ja ist ok... aber sie hält voll zu mir :)
Ich habe inzwischen auch in der Sprachschule angefangen und nach der ersten Stunde beschloßen doch lieber ins zweite Level zu wechseln, da es im ersten doch zu langweilig ist...
Der zweite Kurs ist zwar schwer, aber ich verstehe mit etwas Mühe alles..
So das ist jetzt erstmal der neueste Stand
LG Verena
13 Februar 2008
16 Januar 2008
Meine ersten Tage...
Hola Alemania,
kaum wieder zu Hause gehts auch schon wieder weiter...
Am 15.1.2008 bestieg ich um 11.30 Uhr ohne weitere Probleme (ich hatte etwas Sorge wegen der vielen Gepäckstücke) den Flieger nach Mallorca. Von meinem Fensterplatz (29F das ist der ganz hinten, was mich darauf schließen lässt, dass ich eventuell etwas spät eingecheckt hatte), konnte ich noch sehen wie mein Gepäck als allerletztes eingepackt wurde. Ich glaube meine Gitarre musste ganz schön leiden. Schnell machte ich es mir in der leeren Reihe gemütlich, wurde davon aber von meinem sehr redseligen Nachbarn gestört, der sich doch endlich gerne auf seinen Platz setzen wollte... Nach etwa einer halben Stunde Flug stellten wir fest, dass wir auch beide mit der selben Maschine nach Madrid fliegen werden, was mich sehr erleichterte, da ich ja gehört hatte, dass der mallorcanische Flughafen unglaublich groß sein soll... Er musste geschäftlich nach Madrid und versprach mir auch gleich am nächsten Wochenende eine Citytour mit mir zu machen. In Mallorca angekommen, wäre ich am liebsten gleich da geblieben... Die Sonne schien und wir hatten gefühlte 30 Grad (was sich aber eventuell auf meine dicken Klamotten schieben lässt). Da wir nur sehr wenig Zeit hatten und dank Sofian (der neben mir im Flugzeug saß) erstmal voll in die falsche Richtung gelaufen sind (ich sollte wirklich einfach mal auf meinen eigenen Orientierungssinn vertrauen), mussten wir uns ziemlich beeilen, hatten da die Maschine Verspätung hatte doch noch Zeit etwas zu trinken.
In Madrid wäre ich am liebsten gar nicht ausgestiegen.. Der Himmel war grau und es war unglaublich stürmisch. Am Gepäckband angekommen stellte ich fest, dass ausnahmsweise doch mal alle Gepäckstücke direkt angekommen sind, dafür aber meine Familie auf sich warten lies. Als ich Maria Chao anrief, sagte sie mir sie müsse noch zu einem Treffen und käme etwa 30 Minuten zu spät.
Endlich im Auto war ich doch ganz schön k.o., obwohl es ja nur etwa 4 Stunden Flug waren. Im Hause angekommen stürmten uns erstmal die vier kleinen Kinder Maria (8), Natalia (6), Javier (4) und Luis (2) entgegen. Nachdem ich meine Sachen in meinem Zimmer abgelegt hatten, zeigten mir alle freudig das Haus. Es ist ein Bungalow, hat also nur eine Etage und ist recht groß. Die Mädchen und die Jungs schlafen jeweils zu zweit in einem Zimmer und haben je Paar ein Badezimmer (ich teile mir das mit den kleinen Jungs). Es gibt ein kleines Wohnzimmer wo sich die Familie am häufigsten aufhält und ein großes mit Esszimmer, was nur für besondere Anlässe gedacht ist (meiner Meinung nach ziemlich verschwenderisch, da es ja kaum genutzt wird). Der Garten ist recht klein, reicht aber aus um herumzutollen. Der Pool ist umzäunt sodass die Kinder nicht reinfallen können. Gegessen wird normalerweise in der Küche, wobei ich morgens und abends mit der Familie und mittags mit den beiden Dienstmädchen esse (Die Eltern essen lieber alleine im Esszimmer).
Die Kinder sind wirklich sehr süß, wenn auch ganz schön anstrengend. Am schwierigsten ist es natürlich sie zu verstehen, da ich ja nicht viel Spanisch spreche und die Kids auch noch unglaublich schnell reden. Trotzdem haben wir uns aber gut verstanden und ich bekam auch am Abend direkt einen Gutenachtkuss vom Jüngsten, was ich mal als gutes Zeichen deute.
Die Mutter ist zwar sehr nett, aber auch ganz schön anstrengend, da bei ihr immer alles perfekt sein muss. Die Betten müssen immer fein säuberlich gemacht werden, alles muss direkt in die Schränke geräumt werden, das Haus wird jeden Tag komplett gereinigt... Eben etwas übertrieben, aber man kann sich dran gewöhnen denk ich. Ein bisschen seltsam ist es aber schon. Ich habe immer das Gefühl etwas falsch zu machen und traue mich dementsprechend nicht wirklich etwas auf eigene Faust zu machen oder den Kinder etwas zu sagen. Ich hoffe einfach, dass sich das schnell legt und ich mich eingewöhne. Zwar sind die Eltern etwas überheblich, aber dabei auch immer freundlich und auch die Weise wie sie ihre Kinder erziehen, finde ich in Ordnung.
Heute bin ich erstmal losgezogen um mir die Umgebung anzuschauen. Ich wohne in einem kleinen Vorort namens Majadahona. Madrid ist schnell mit dem Bus zu erreichen. Um mir das Monatsticket für Bus und Metro zu besorgen, ging ich also erstmal für die Passfotos zum Fotogeschäft. Der Fotograf konnte einigermaßen Englisch, daher ging es recht einfach. Danach ging ich zu einem Kiosk um dort das besagte Ticket zu beantragen (auch hier sprach man englisch und konnte mir bei dem Formular helfen). Als nächstes war dann die Bank dran. Leider sprach dort niemand englisch und ich hatte Mühe ihnen begreiflich zu machen was ich möchte und dann auch noch zu verstehen, was sie antworteten. Schließlich verstand ich, dass ich noch ein Formular von der Polizei benötige und dann ein kostenloses Konto bei ihnen einrichten könne. Also ging ich wieder raus, machte noch einen stop beim Supermarkt, wo ich feststellte, dass ich schon wieder in einem Land ohne Graubrot gelandet bin, um mir die vergessenen Sachen, wie Shampoo und Zahnpasta zu besorgen und ging wieder zurück nach Hause.
Um 3 Uhr gab es dann endlich Mittagessen und obwohl es Reis gab und das ganze einen etwas fraglichen Eindruck machte, war es doch richtig lecker. Zumindest bin ich jetzt satt!
Heute nachmittag hole ich Luis vom Kindergarten und werde mich erstmal mit den Jungs beschäftigen, damit die Mädchen in Ruhe Hausaufgaben machen können, daher muss ich mir jetzt noch ein paar Spiele für die Kleinen überlegen...
Also bis bald..
Verena
kaum wieder zu Hause gehts auch schon wieder weiter...
Am 15.1.2008 bestieg ich um 11.30 Uhr ohne weitere Probleme (ich hatte etwas Sorge wegen der vielen Gepäckstücke) den Flieger nach Mallorca. Von meinem Fensterplatz (29F das ist der ganz hinten, was mich darauf schließen lässt, dass ich eventuell etwas spät eingecheckt hatte), konnte ich noch sehen wie mein Gepäck als allerletztes eingepackt wurde. Ich glaube meine Gitarre musste ganz schön leiden. Schnell machte ich es mir in der leeren Reihe gemütlich, wurde davon aber von meinem sehr redseligen Nachbarn gestört, der sich doch endlich gerne auf seinen Platz setzen wollte... Nach etwa einer halben Stunde Flug stellten wir fest, dass wir auch beide mit der selben Maschine nach Madrid fliegen werden, was mich sehr erleichterte, da ich ja gehört hatte, dass der mallorcanische Flughafen unglaublich groß sein soll... Er musste geschäftlich nach Madrid und versprach mir auch gleich am nächsten Wochenende eine Citytour mit mir zu machen. In Mallorca angekommen, wäre ich am liebsten gleich da geblieben... Die Sonne schien und wir hatten gefühlte 30 Grad (was sich aber eventuell auf meine dicken Klamotten schieben lässt). Da wir nur sehr wenig Zeit hatten und dank Sofian (der neben mir im Flugzeug saß) erstmal voll in die falsche Richtung gelaufen sind (ich sollte wirklich einfach mal auf meinen eigenen Orientierungssinn vertrauen), mussten wir uns ziemlich beeilen, hatten da die Maschine Verspätung hatte doch noch Zeit etwas zu trinken.
In Madrid wäre ich am liebsten gar nicht ausgestiegen.. Der Himmel war grau und es war unglaublich stürmisch. Am Gepäckband angekommen stellte ich fest, dass ausnahmsweise doch mal alle Gepäckstücke direkt angekommen sind, dafür aber meine Familie auf sich warten lies. Als ich Maria Chao anrief, sagte sie mir sie müsse noch zu einem Treffen und käme etwa 30 Minuten zu spät.
Endlich im Auto war ich doch ganz schön k.o., obwohl es ja nur etwa 4 Stunden Flug waren. Im Hause angekommen stürmten uns erstmal die vier kleinen Kinder Maria (8), Natalia (6), Javier (4) und Luis (2) entgegen. Nachdem ich meine Sachen in meinem Zimmer abgelegt hatten, zeigten mir alle freudig das Haus. Es ist ein Bungalow, hat also nur eine Etage und ist recht groß. Die Mädchen und die Jungs schlafen jeweils zu zweit in einem Zimmer und haben je Paar ein Badezimmer (ich teile mir das mit den kleinen Jungs). Es gibt ein kleines Wohnzimmer wo sich die Familie am häufigsten aufhält und ein großes mit Esszimmer, was nur für besondere Anlässe gedacht ist (meiner Meinung nach ziemlich verschwenderisch, da es ja kaum genutzt wird). Der Garten ist recht klein, reicht aber aus um herumzutollen. Der Pool ist umzäunt sodass die Kinder nicht reinfallen können. Gegessen wird normalerweise in der Küche, wobei ich morgens und abends mit der Familie und mittags mit den beiden Dienstmädchen esse (Die Eltern essen lieber alleine im Esszimmer).
Die Kinder sind wirklich sehr süß, wenn auch ganz schön anstrengend. Am schwierigsten ist es natürlich sie zu verstehen, da ich ja nicht viel Spanisch spreche und die Kids auch noch unglaublich schnell reden. Trotzdem haben wir uns aber gut verstanden und ich bekam auch am Abend direkt einen Gutenachtkuss vom Jüngsten, was ich mal als gutes Zeichen deute.
Die Mutter ist zwar sehr nett, aber auch ganz schön anstrengend, da bei ihr immer alles perfekt sein muss. Die Betten müssen immer fein säuberlich gemacht werden, alles muss direkt in die Schränke geräumt werden, das Haus wird jeden Tag komplett gereinigt... Eben etwas übertrieben, aber man kann sich dran gewöhnen denk ich. Ein bisschen seltsam ist es aber schon. Ich habe immer das Gefühl etwas falsch zu machen und traue mich dementsprechend nicht wirklich etwas auf eigene Faust zu machen oder den Kinder etwas zu sagen. Ich hoffe einfach, dass sich das schnell legt und ich mich eingewöhne. Zwar sind die Eltern etwas überheblich, aber dabei auch immer freundlich und auch die Weise wie sie ihre Kinder erziehen, finde ich in Ordnung.
Heute bin ich erstmal losgezogen um mir die Umgebung anzuschauen. Ich wohne in einem kleinen Vorort namens Majadahona. Madrid ist schnell mit dem Bus zu erreichen. Um mir das Monatsticket für Bus und Metro zu besorgen, ging ich also erstmal für die Passfotos zum Fotogeschäft. Der Fotograf konnte einigermaßen Englisch, daher ging es recht einfach. Danach ging ich zu einem Kiosk um dort das besagte Ticket zu beantragen (auch hier sprach man englisch und konnte mir bei dem Formular helfen). Als nächstes war dann die Bank dran. Leider sprach dort niemand englisch und ich hatte Mühe ihnen begreiflich zu machen was ich möchte und dann auch noch zu verstehen, was sie antworteten. Schließlich verstand ich, dass ich noch ein Formular von der Polizei benötige und dann ein kostenloses Konto bei ihnen einrichten könne. Also ging ich wieder raus, machte noch einen stop beim Supermarkt, wo ich feststellte, dass ich schon wieder in einem Land ohne Graubrot gelandet bin, um mir die vergessenen Sachen, wie Shampoo und Zahnpasta zu besorgen und ging wieder zurück nach Hause.
Um 3 Uhr gab es dann endlich Mittagessen und obwohl es Reis gab und das ganze einen etwas fraglichen Eindruck machte, war es doch richtig lecker. Zumindest bin ich jetzt satt!
Heute nachmittag hole ich Luis vom Kindergarten und werde mich erstmal mit den Jungs beschäftigen, damit die Mädchen in Ruhe Hausaufgaben machen können, daher muss ich mir jetzt noch ein paar Spiele für die Kleinen überlegen...
Also bis bald..
Verena
24 September 2007
und es kommt naeher und naeher
So Leute... das hier ist nun mein letzter Bericht aus Indien.. viel Zeit ist vergangen und in unser aller Leben ist viel passiert. Ich hab mir Muehe gegeben euch auf dem laufenden zu halten und freue mich nun bald eure Geschichten zu hoeren, wenn ich wieder in Deutschland bin...
Ich komme uebrigens am 31.10.07 um etwa 11 AM in Deutschland mit meiner Ma an.
Am Freitag mache ich mich auf die einmonatige Reise durch Indien zusammen mit meiner Mutter, die ich am Freitag in Dehi abholen werde.
Nun ja... was soll ich sagen... endlich ist es vorbei... die Zeit war ganz schoen hart, doch trotz aller schlechten Erlebnisse, versuche ich nur das Gute in Erinnerung zu behalten... die vielen tollen Menschen die ich kennengelernt hab und die tollen neuen Erfahrungen die ich gesammelt habe...
Alles in allem bin ich schon froh, dass ich dieses Jahr in Indien durchgezogen habe, zum Teil weil ich mir sicher bin, dass ich jetzt wirklich alle Probleme meistern kann.. schlimmer als hier kanns ja nicht werden ;)
Aber auch wenn es sich jetzt nicht so anhoert, hat mir Indien schon sehr gefallen und ich habe viele Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt und soviel gesehen... Ausserdem weiss ich jetzt erst so richtig, wie ich Deutschland und mein Leben dort schaetze...
Meine schlechten Erfahrungen moechte ich eigentlich nicht wirklich aufschreiben, da ich sie nicht unbedingt in Erinnerung behalten moechte und eher guten Sinnes in mein neues Leben starten moechte... Ich bin schoen sehr froh nicht in Indien aufgewachsen zu sein, da dieses Land doch schon noch so einige Probleme hat, die wir in Deutschland entweder nie hatten (wie Milliarde von Ungeziefer und tausend mal mehr Dreck als bei uns.. Indien sieht aus als waere grad ne Bombe eingeschlagen.. und das staendig) oder schon vor langer Zeit bewaeltigen konnten (gleiche Rechte fuer Maenner und Frauen, ist zwar offiziell so, aber absolut nicht im normalen Leben.. nicht mal in den Grossstaedten)
Eine meiner guten Erfahrungen war, dass Inder wirklich sehr hilfsbereit sind und auch bereitwillig fuer Aermere spenden. Es ist hier zum Beispiel Tradition, an Festlichkeiten, wie Geburtstag, Hochzeit oder aehnlichem, zum Beispiel Essen an ein Kinderheim zu spenden oder sonst etwas wohltaetiges zu tun... In dem Sinne koennen wohl viele Deutsche noch was lernen...
Das Jahr in Indien hat mir ausserdem gezeigt, wieviele Leute mich in Deutschland vermissen, was natuerlich immer schon zu wissen ist :) Also hiermit danke ich jedem, der mich mit einer noch so kleinen Email, Brief, SMS oder Anruf aufgemuntert hat und mir die Kraft gegeben hat dieses Jahr durchzustehen...
so ich mache mich nun auf die abenteuerliche Reise auf die ich mich schon seit 11 Monaten freue...
Hab euch lieb und freue mich schon auf eine grosse Ueberraschungsparty :P
Ich bin schon gespannt was in Spanien und danach im Studium auf mich zukommt...
Bis bald....
Verena
Ich komme uebrigens am 31.10.07 um etwa 11 AM in Deutschland mit meiner Ma an.
Am Freitag mache ich mich auf die einmonatige Reise durch Indien zusammen mit meiner Mutter, die ich am Freitag in Dehi abholen werde.
Nun ja... was soll ich sagen... endlich ist es vorbei... die Zeit war ganz schoen hart, doch trotz aller schlechten Erlebnisse, versuche ich nur das Gute in Erinnerung zu behalten... die vielen tollen Menschen die ich kennengelernt hab und die tollen neuen Erfahrungen die ich gesammelt habe...
Alles in allem bin ich schon froh, dass ich dieses Jahr in Indien durchgezogen habe, zum Teil weil ich mir sicher bin, dass ich jetzt wirklich alle Probleme meistern kann.. schlimmer als hier kanns ja nicht werden ;)
Aber auch wenn es sich jetzt nicht so anhoert, hat mir Indien schon sehr gefallen und ich habe viele Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt und soviel gesehen... Ausserdem weiss ich jetzt erst so richtig, wie ich Deutschland und mein Leben dort schaetze...
Meine schlechten Erfahrungen moechte ich eigentlich nicht wirklich aufschreiben, da ich sie nicht unbedingt in Erinnerung behalten moechte und eher guten Sinnes in mein neues Leben starten moechte... Ich bin schoen sehr froh nicht in Indien aufgewachsen zu sein, da dieses Land doch schon noch so einige Probleme hat, die wir in Deutschland entweder nie hatten (wie Milliarde von Ungeziefer und tausend mal mehr Dreck als bei uns.. Indien sieht aus als waere grad ne Bombe eingeschlagen.. und das staendig) oder schon vor langer Zeit bewaeltigen konnten (gleiche Rechte fuer Maenner und Frauen, ist zwar offiziell so, aber absolut nicht im normalen Leben.. nicht mal in den Grossstaedten)
Eine meiner guten Erfahrungen war, dass Inder wirklich sehr hilfsbereit sind und auch bereitwillig fuer Aermere spenden. Es ist hier zum Beispiel Tradition, an Festlichkeiten, wie Geburtstag, Hochzeit oder aehnlichem, zum Beispiel Essen an ein Kinderheim zu spenden oder sonst etwas wohltaetiges zu tun... In dem Sinne koennen wohl viele Deutsche noch was lernen...
Das Jahr in Indien hat mir ausserdem gezeigt, wieviele Leute mich in Deutschland vermissen, was natuerlich immer schon zu wissen ist :) Also hiermit danke ich jedem, der mich mit einer noch so kleinen Email, Brief, SMS oder Anruf aufgemuntert hat und mir die Kraft gegeben hat dieses Jahr durchzustehen...
so ich mache mich nun auf die abenteuerliche Reise auf die ich mich schon seit 11 Monaten freue...
Hab euch lieb und freue mich schon auf eine grosse Ueberraschungsparty :P
Ich bin schon gespannt was in Spanien und danach im Studium auf mich zukommt...
Bis bald....
Verena
13 September 2007
das Ende naht....
Hey...
schon fast 2 Monate um, seit dem letzten Bericht... naja.. es ist aber auch gar nicht soviel passiert...
Wir ich ja geschrieben hatte, bin ich immer noch in dem Kinderheim fuer 55 Jungen... Ich habe inzwischen so viel Langeweile, das ich wirklich gar nix mehr weiss, was ich machen kann.. Die Kids sind ja eh den ganzen Tag in der Schule und die Schwester macht mich wahnsinnig.. Ich habe einfach kein Glueck mit den Leuten hier.. ich bin doch hier um zu helfen und ich tu alles was ich kann fuer Kinder, die ich vorher noch nie in meinem Leben gesehen habe und mit denen ich auch wirklich absolut gar nix zu tun hatte.. und trotzdem immer wieder treffe ich auf Personen die mir das LEben schwer machen wollen .. ich verstehs einfach nicht.. Hier in Trivandrum ist es die Schwester, eine Nonne, deren erster Kommentar zu mir war, ich solle doch keine Freundschaftsbaender tragen, sondern lieber (stundenlang) zu Gott beten... Die hat sie echt nicht mehr alle..
Ihre Meinung vom Christsein ist anscheinend, den ganzen Tag beten, alle zu kritisieren, die nicht denselben, oder noch schlimmer keinen Glauben an Gott haben, Kinder zu schlagen, sie anzumotzen, zu jedem unfreundlich zu sein und wies aussieht den Kindern beizubringen, dass sie ebenso denken muessen wie sie (von wegen, andere Religionen sind schlecht.. )
ich hatte da eine Konversation mit einem der Jungs... Er hatte mich, nachdem ich ihm sagte, das ich nicht in die Kirche gehe als Protestant beschimpft.. ich habe ihn daraufhin gefragt, ob er glaube, dass es etwas schlimmes waere Protestant zu sein... Er meinte ja.. Protestanten und Muslime sind schlechte Menschen... Ich war ziemlich geschockt.. ich weiss es zwar nicht mit Sicherheit, aber ich kann mir gut vorstellen, das er diese Meinung von Queenie 2 hat (Queeni haben wir damals die Gruenderin vom shishu genannt.. die ham so aehnlichkeiten...)
Ich habe versucht ihm klarzumachen, dass wir doch alle Menschen sind und das eben diese Auffassung die er da vertritt heute noch Hunderte von Menschenleben im KRieg zwischen Pakistan und Indien zerstoert. Er hat mir versprochen, das er niemanden aufgrund seiner Religion verurteilen wird, aber ich weiss nicht ob er mich so richtig verstanden hat... sein Englisch ist nicht wirklich gut...
Ich hoffe wirklich fuer dieses Land, das die den Kindern sowas nicht beibringen...
Die meisste Zeit mit den Kids, verbringe ich mit Spielen am Wochenende.. sie sind auch von einigen Spielen recht begeistert, jedoch hab ich etwas das Gefuehl, das die neuen Spiele schon eine willkommene Abwechslung sind, aber nix dauerhaftes.. die wollen eigentlich nur Cricket und Fussball spielen...
Da ich ihnen gerne auch noch in Englisch helfen wollte, habe ich vorgeschlagen, jeden ABend 30 Minuten Englisch Nachhilfe zu geben und der Direktor hat zugestimmt.. Momentan ist der Direktor nicht da und ich hab mit dem Unterricht begonnen...
Ich bringe den Kids Phonetics.. also den Klagn der Buchstaben bei, da sie vor allem Probleme mit der Ausprache und dem Lesen haben... natuerlich musste ich daher ganz klein anfangen und habe in der ersten STunde die einfach Buchstaben wie B und D besprochen... das ist zwar eigentlich sehr einfach, aber ich musste ja erstmal ne Grundlage scahffen...
auf jedne fall am naechsten Tag wurd ich dann zu Queeni 2 gerufen und sie meinte zu mir dass die Kids ihr gesagt haetten, das sie wichtigeres zu tun haetten als Kindergarten Englisch zu lernen... (ich trau ihr zu das sie das voellig erfunden hat, weil sie die Woerte in den Buechern der Kids gesehen hat... sie kann uebrigens kein Englisch)
Tja.. was soll ich dann eigentlich noch hier.. Die wollen ja anscheinend keine H ilfe...
Ich hoffe wirklich die 2 Wochen gehen schnell vorbei...
ich hab zwar noch viel mehr in meinem Kopf, aber grade is das zuviel um drueber zu schreiben, also ich komm bestimmt in den naechsten Tagen wieder (ich tu alles um dem Haus zu entfliehen)... Gleich gehts in den Zoo... Tiere sind viel einfacher als Kinder...
Bis bald..
Verena
schon fast 2 Monate um, seit dem letzten Bericht... naja.. es ist aber auch gar nicht soviel passiert...
Wir ich ja geschrieben hatte, bin ich immer noch in dem Kinderheim fuer 55 Jungen... Ich habe inzwischen so viel Langeweile, das ich wirklich gar nix mehr weiss, was ich machen kann.. Die Kids sind ja eh den ganzen Tag in der Schule und die Schwester macht mich wahnsinnig.. Ich habe einfach kein Glueck mit den Leuten hier.. ich bin doch hier um zu helfen und ich tu alles was ich kann fuer Kinder, die ich vorher noch nie in meinem Leben gesehen habe und mit denen ich auch wirklich absolut gar nix zu tun hatte.. und trotzdem immer wieder treffe ich auf Personen die mir das LEben schwer machen wollen .. ich verstehs einfach nicht.. Hier in Trivandrum ist es die Schwester, eine Nonne, deren erster Kommentar zu mir war, ich solle doch keine Freundschaftsbaender tragen, sondern lieber (stundenlang) zu Gott beten... Die hat sie echt nicht mehr alle..
Ihre Meinung vom Christsein ist anscheinend, den ganzen Tag beten, alle zu kritisieren, die nicht denselben, oder noch schlimmer keinen Glauben an Gott haben, Kinder zu schlagen, sie anzumotzen, zu jedem unfreundlich zu sein und wies aussieht den Kindern beizubringen, dass sie ebenso denken muessen wie sie (von wegen, andere Religionen sind schlecht.. )
ich hatte da eine Konversation mit einem der Jungs... Er hatte mich, nachdem ich ihm sagte, das ich nicht in die Kirche gehe als Protestant beschimpft.. ich habe ihn daraufhin gefragt, ob er glaube, dass es etwas schlimmes waere Protestant zu sein... Er meinte ja.. Protestanten und Muslime sind schlechte Menschen... Ich war ziemlich geschockt.. ich weiss es zwar nicht mit Sicherheit, aber ich kann mir gut vorstellen, das er diese Meinung von Queenie 2 hat (Queeni haben wir damals die Gruenderin vom shishu genannt.. die ham so aehnlichkeiten...)
Ich habe versucht ihm klarzumachen, dass wir doch alle Menschen sind und das eben diese Auffassung die er da vertritt heute noch Hunderte von Menschenleben im KRieg zwischen Pakistan und Indien zerstoert. Er hat mir versprochen, das er niemanden aufgrund seiner Religion verurteilen wird, aber ich weiss nicht ob er mich so richtig verstanden hat... sein Englisch ist nicht wirklich gut...
Ich hoffe wirklich fuer dieses Land, das die den Kindern sowas nicht beibringen...
Die meisste Zeit mit den Kids, verbringe ich mit Spielen am Wochenende.. sie sind auch von einigen Spielen recht begeistert, jedoch hab ich etwas das Gefuehl, das die neuen Spiele schon eine willkommene Abwechslung sind, aber nix dauerhaftes.. die wollen eigentlich nur Cricket und Fussball spielen...
Da ich ihnen gerne auch noch in Englisch helfen wollte, habe ich vorgeschlagen, jeden ABend 30 Minuten Englisch Nachhilfe zu geben und der Direktor hat zugestimmt.. Momentan ist der Direktor nicht da und ich hab mit dem Unterricht begonnen...
Ich bringe den Kids Phonetics.. also den Klagn der Buchstaben bei, da sie vor allem Probleme mit der Ausprache und dem Lesen haben... natuerlich musste ich daher ganz klein anfangen und habe in der ersten STunde die einfach Buchstaben wie B und D besprochen... das ist zwar eigentlich sehr einfach, aber ich musste ja erstmal ne Grundlage scahffen...
auf jedne fall am naechsten Tag wurd ich dann zu Queeni 2 gerufen und sie meinte zu mir dass die Kids ihr gesagt haetten, das sie wichtigeres zu tun haetten als Kindergarten Englisch zu lernen... (ich trau ihr zu das sie das voellig erfunden hat, weil sie die Woerte in den Buechern der Kids gesehen hat... sie kann uebrigens kein Englisch)
Tja.. was soll ich dann eigentlich noch hier.. Die wollen ja anscheinend keine H ilfe...
Ich hoffe wirklich die 2 Wochen gehen schnell vorbei...
ich hab zwar noch viel mehr in meinem Kopf, aber grade is das zuviel um drueber zu schreiben, also ich komm bestimmt in den naechsten Tagen wieder (ich tu alles um dem Haus zu entfliehen)... Gleich gehts in den Zoo... Tiere sind viel einfacher als Kinder...
Bis bald..
Verena
22 August 2007

1. Bangalore.. wo ich 6 Monate verbracht hab...
2. Mamalapuram (glaub ich... recht schoener strand, wenn auch etwas dreckig)
3. Pondicherry
4. Chennai (wo wir eigentlich nur gegessen und Zuge gewechselt haben)
5. Vishakapatnam.. keine schoene stadt
6. nen Ministaedtchen wo ich grad den Namen nicht weiss...
7. hier sind wir nur in denFlieger nach Kolkatta gestiegen
8. Kolkatta
9. Darjeeling (2000m im Himalaya)
10. Aluva (bei Ernakulam.. dort war ich in einem Heim fuer 9 Maedchen)
11. Thrivandrum.. hier bin ich immer noch ;)
So ich hoffe ich versteht meine etwas karge Beschreibung und das Bild.. ist das beste, was ich von hier aus machen konnte... Wenn ich wieder zurueck bin, kommt ein ganz schoener ausfuehrlicher Bericht, fuer jeden der ihn moechte ;)
Hoffe es geht euch allen gut...
LG Verena
15 Juli 2007
und weiter gehts....
Leider liegt der Himalaya nun wieder weit weit weg hinter mir :( und die Hitze hat mich wieder... Momentan sitze ich in Kalkutta und warte auf den Zug... gluecklicherweise haben wir dieses Internetcafe gefunden, aber dazu spaeter.. zunaechst kommen erstmal die wunderbar angenehmen Wochen in Darjeeling...
Darjeeling... mitten im Himalaya... das Dach der Welt.. der hoechste Punkt der Erde (den wir aufgrund von schlechtem Wetter leider nicht sehen konnten...) Die gesamten zwei Wochen war es leider neblig und regnerisch, aber nach der vielen Hitze war ich doch sehr froh darueber endlich mal abschalten zu koennen.. Dummerweise gingen unsere Probleme jetzt in die andere Richtung.. keines unserer Sachen wurde trocken, da die Luft so feucht war und fing daher sofort an zu schimmeln, selbst wenn wir sie aufgehaengt hatten. Somit mussten wir ganz schoen viel fuer die Laundry (Waescherei) ausgeben, die die Sachen dann auch trockneten... Selbst waschen durften wir leider auch nicht, da dort oben ziemliche Wasserknappheit herrscht (ist auch kein Wunder, wenn die Tanks jeden Tag mit Lastern hochgefahren werden muessen). Das Leben dort oben war richtig angenehm... gar nicht mehr wirklich Indien... zum einen sahen die Menschen viel eher Asiatisch aus (kamen zumeist auch aus Nepal und Tibet) und zum anderen waren sie auch viel freundlicher... Also ich will damit nicht sagen, dass die Inder nicht auch freundlich seien koennen, aber hier unten kann man sich ziemlich sicher sein, dass, wenn jemand freundlich ist, er oder sie auch irgendwas als Gegenleistung will... Man wird ausserdem auch nicht soviel angestarrt wie im restlichen Indien. Manche Inder benehmen sich ja wirklich als haetten sie noch nie Auslaender und schon gar keine Frauen gesehen... Wenn man nicht staendig im Mittelpunkt von allem steht ist es auf jedenfall viel entspannter... Das beste an Darjeeling waren aber wohl die vielen Auslaender, die wir dort oben getroffen haben. Nach einer so langen Zeit ohne jemanden zu treffen, der in der selben Situation war wie wir, waren wir sehr froh darueber... Darunter waren vor allem Englaender, ein Schotte, der mir versuchte beizubringen, wie ich eigene Lieder schreiben kann, aber auch Australier, ein paar Deutsche (oder zumindest halb-deutsch oder deutschsprechend...), ein Maedel aus Israel, ein Typ aus Spanien (war sehr cool, da konnt ich was versuchen Spanisch zu lernen.. allerdings hab ich ihn nur zweimal gesehn) und ein paar Amerikaner. Also ein sehr vielfaeltiger Input ;) Die meissten Tage verbrachten wir damit herumzulaufen, in Cafes zu sitzen oder ins Kino zu gehen (oh man hier gabs doch tatsaechlich endlich den dritten Teil von Fluch der Karibik... da hab ich seit 5 Wochen drauf gewartet...) An einem Tag kamen wir aus dem Kino und sahen bestimmt 50 Menschen laermend und Handywerbung zerstoerend durch die Strassen ziehen... Wir dachten schon es waere ein Krieg ausgebrochen... es ging aber lediglich darum, dass die Leute, da die Handynetze staendig ausfielen nicht fuer ihren Mann bei Indian Idol stimmen konnten... Inder regen sich echt ueber jede Kleinigkeit auf und werden sehr schnell aggressiv hab ich das Gefuehl...
Abends gingen wir mit den verschiedensten Leute in eine Bar und spielten Pool oder rauchten Shesha, Hookah, Narinja oder wie immer ihr es nennen wollt. Unser Hotel hatte eine schoene Aussichtsplattform, von wo wir wenn wir gutes Wetter hatten ziemlich weit sehen konnten (unter anderem den 3. hoechsten Berg der Welt.. den Kuchenjanga) . Leider konnten wir nicht zum Tiger Hill fahren um dort morgens um 5 den Sonnenaufgang ueber dem Himalya, samt Mount Everest zu bestaunen, da es einfach zu neblig war... Dennoch haben wir es noch in den Zoo, wo 2 Tiger und einige Leoparden mich am meissten faszinierten und zu den Teeplantagen (Darjeeling ohne Tee anzuschauen geht jawohl nicht) geschafft. In den Teeplantagen habe ich dann den Unterschied zwischen dem Superfine (weil er aus der ersten Ernte zwischen Maerz und Mai ist) Tippi (weil er aus der Spitze, Tippi, der Bluete des Teestrauchs besteht) Orange(wegen der Farbe) Golden (ebenfalls Farbe) Number 1 (nochmal weils die erste Ernte ist oder so...) usw. und anderen Tees kennengelernt... War eine sehr amuesante Stunde mit drei Australiern und einem Spanier... Ausserdem waren wir hier oben noch bei einer unglaublich englischen Teestunde (fuer die wir ganze 6 Euro blechen durften, 3 Tassen Tee und nen paar brote, kekse usw.). Zumindest konnten wir aber bei einem schoenen Kaminfeuer entspannen. Ansonsten haben wir noch beim besten Pizzabaecker (aus Frankreich) von ganz Indien gegessen (mehrmals) und die verschiedensten tibetischen und Thalaendischen Koestlichkeiten probiert.
Seit gestern sind wir nun wieder auf dem Rueckweg nach Bangalore... insgesamt werden wir wohl vier tage unterwegs sein... Eine Nacht haben wir gott sei dank schon hinter uns gebracht... Vor uns liegt nun eine 27 stuendige Fahrt von Kalkutta nach Chennai... Gestern sind wir um 2 mit dem Jeep Richtung New Jalpaiguri gefahren, von wo unser Zug abends um 8 nach Kalkutta ging. Da wir noch etwa 2 Stunden Zeit hatten (hier muss man sowas unbedingt einplanen...) sassen wir noch etwas vor dem Bahnhof und ich wurde unter anderem von einem Kalb gerammt, dass von einer anderen Kuh gegen mich geschubst wurde.. (bin ich froh das es nur ein Kalb war) ausser dem Schreck ist mir nix passiert... Die Gepaecktraeger, die sich vor dem stroemenden Regen neben uns untergestellt haben, haben mich mit ihren Versuchen, die Kuehe von da an von mir fernzuhalten aber wieder aufgemuntert... Ich glaube die waren sowieso sehr darum bemueht uns Auslaendern ein gutes Bild von Indien zu vermitteln, da sie auch saemtliche bettelnde Kinder immer wieder von uns weggescheucht haben. Auf dem Gleis trafen wir dann noch einen Australier, der in Darjeeling einige Naechte im Zimmer neben uns uebernachtet hatte.
So bis hierhin habe ich in Kolkatta geschriebe, konnte es jedoch dann nicht veroeffentlichen, weil das Internet ausgefallen ist.. daher wundert euch nicht, dass ich jetzt wieder in der Vergangenheit schreibe, da ich momentan in Thrivandrum sitze und das ganze schon ein paar Wochen her ist... alsoo...
Morgens um 6 Uhrerreichten wir Kolkatta und begaben uns nach einem kurzen Fruehstueck am Bahnhof zu dritt auf Stadterkundung. Der Garten Eden, den wir zunaechst ansteuerten war jedoch leider seit 2 Jahren geschlossen und somit machten wir es uns unter einem anderen Baum gemuetlich. Dort stellte ich dann zum ersten Mal fest, dass ich wohl vom Pech verfolgt werde.. Mein Kameradisplay war kaputt. Inzwischen wuerde ich sagen, dass uns damals die Hitze die Sinne verwirrt hat, aber damals hielten wir es fuer eine gute Idee etwas in der Hitze durch die Gegend zu laufen (gott sei dank ohne Rucksack, de3n wir bei der Gepaekaufgabe am Bahnhof gelassen hatten) um nach einem Kino zu suchen. Wir fanden jedoch keins und fuhren mit der Faehre zurueck zum Bahnhof. Hier fanden wir das besagte Internetcafe und zerliefen noch etwa 1 Stunde in der unglaublichen Hitze, da die AC im Cafe kaputt war... :( Dann assen wir noch zusammen zu mittag und trennten uns, um in verschiedene Zuege einzusteigen. Katrin und ich fuhren 27 Stunden lang bis nach Chennai. Zum ersten Mal habe ich erfahren, dass man im Zug auch Essen bestellen kann.. gut fuer mich .. ich hat naemlich nicht wirklich viel eingepackt... war sogar richtig gutes Essen. In Chennai gingen wir nur von einem Gleis zum naechsten und fuhren nach Bangalore. HOME SWEET HOME ;)
Dort kamen wir um 6 Uhr morgens an und machten uns auf die Suche nach einem Hotel. Leider mussten wir feststellen, dass es in Bangalore unglaublich teuer ist. Nach etwa 2 Stunden durch die Gegend laufen und diversen Streitereien mit Rikschafahrern fanden wir doch noch ein schoenes Hotel mit riesigen Zimmern am Citymarket fuer einen ordentlichen Preis.
Nach einer Dusche und etwa 4 Stunden Schlaf brachte ich tatsaechlich die Energie auf in Bangalore einkaufen zu gehen...
Die naechsten 2 Tage liessen wir es uns richtig gut gehen... mit Manikuere, Kino, Friseur und tollem Essen. Wie es kommen musste, wurde ich am dritten Tag aufgrund von Erschoepfung denke ich, krank. (Nach 4 Tagen Fahrt und 3 Tagen shoppen). Ausserdem suchten wir noch alle restlichen Dinge zusammen, die Katrin mit nach Haus nehmen wollte, bevor sie sich am 26.6. auf den Weg nach Deutschland machte. Am selben Tag wechselte ich in ein Einzelzimmer und verbrachte die meisste Zeit vor dem Fernseher, da ich immer noch nicht wirklich gesund war. Am 1.7. machte ich mich schliesslich auf den Weg nach Aluva (in Kerala, nahe Ernakulam) um wieder ins Arbeitsleben einzusteigen. Die Busfahrt war sehr.. wie soll ich sagen.. abwechslungsreich... Am Abend musste ich mir zunaechst einen dieser schrecklichen indischen Filme (noch schlimmer als Bollywood) anschauen, der durch den ganzen Bus droehnte und tatsaechlich meinen MP3 Player uebertoente.. Danach war ich froh endlich Ruhe zu haben, die jedoch auch nicht wirklich enstspannend war, da meine Aufmerksamkeit nun auf die Fahrkuenste des Fahrers (ich sass direkt hinter ihm) gericht waren.. Die ueberholen hier ganz schoen unvorsichtig... Morgens frueh um 5 wurde ich dann von "wunderbarer" indischer Kitschmusik geweckt, die dann spaeter durch noch schlimmere Musik ersetzt wurde.. Vengaboys... oh man.. dieses Land ist doch echt zum verzweifeln ;)
Als ich ausstieg stand dort direkt ein Rikschafahrer, der mich zu einer Schule brachte, die fast so hiess wie auf meinem Zettel stand.. Gluecklicherweise, war es die richtige Schule und ich fand schliesslich auch den Konvent. Dort wurde ich sehr herzlich aufgenommen. Ich wohnte in einem schoenen, hellen Raum mit riesigem Bad. Nachdem Schwester Leema mir ein reichhaltiges Fruehstueck gegeben hatte, legte ich mich zunaechst einmal schlafen. Am Nachmittag traf ich dann auch die anderen drei Schwestern : Sr. Shanti, Sr. Stella und Sr. Mariet. Zusammen gingen wir erstmal shoppen :). Als wir mit dem Jeep losfuhren, begannen die Schwestern an zu beten und erklaerten mir danach, dass sie fuer eine sichere Fahrt gebetet hatten... Allerdings schnallte sich keine der Schwestern an... Wir fuhren also los um eine Tasche fuer Sr. Mariet zu kaufen, da sie in ein paar Tagen nach Mumbai fliegen wollte. Danach fuhren wir zu Sr. Mariets Bruder und seiner Familie. Auf dem Weg machten wir noch bei einer anderen Schwester halt, die lange Zeit in Deutschland gelebt hatte und wie Sr. Mariet auch gut Deutsch sprechen konnte. Sie hatte einen Gast aus Deutschland, mit der ich mich einige Zeit unterhalten konnte. Obwohl es ja erst knapp eine Woche her war, hatte ich schon Schwierigkeiten die deutschen Worte zu finden und wechselte immer wieder ins englische... Wir assen noch diverse suesse Sachen zum Tee und fuhren dann zu Sr. Mariets Familie. Dort angekommen bekamen wir noch mehr zu essen (und die Schwestern wunderten sch tatsaechlich, dass ich abends nicht mehr essen konnte). Sr. Mariet blieb bei ihrer Familie, da sie ja in ein paar Tagen Kerala verlassen wuerde und wir machten uns auf den Weg zurueck zum Konvent. Nach dem Abendessen, ging ich noch kurz zu den Kindern um mich vorzustellen. Die 9 Maedchen (sprachen leider nicht viel Englisch) waren sehr begeistert mich zu sehen und begrussten mich herzlich. Leider sind sie von Montag bis Freitag bis 5 Uhr in der Schule und muessen danach diverse andere Sachen wie Hausaufgaben und Gartenarbeit machen, womit nicht viel Zeit fuer mich uebrig blieb. Sie sind zwischen 12 un 16 Jahren alt. In den naechsten Tagen schlief ich lang, lernte Spanisch und versuchte am Abend mit den Kindern zu arbeiten. Trotz vieler Sprachproblemeschafften wir es uns gegenseitig Englisch und Maliyalam beizubringen und schliesslich Freundschaftsbaender zu knuepfen. Da ich dort ja leider nicht so wirklich gebraucht wurde, sucht ich ausserdem noch nach anderen Organisationen.
Am Mittwoch kam ein Pater, der viele Jahre in Liechtenstein gewohnt hatte und daher deutsch sprach in s Konvent und wollte danach mit sein4er Nichte nach Ernakulam fahren. Da ich dort sowieso hinwollte, fuhr ich mit den beiden zusammen. Auf der Fahrt erzaehlte ich ihm von meiner Absicht in einem Kinderheim hier in Indien zu arbeiten und er versprach mir zu helfen. In Ernakulam gingen wir zunaechst einmal in einem drehenen Restaurant mit Buffett essen. Danach trennten wir uns und waehrend die beiden in einen Maliayalm Film gingen, ging ich ins Internetcafe und telefonierte erstmal etwas ueber Skype mit meiner Mam. Danach wollte ich den Text, den ich in Kolkatta im Internetcafe geschrieben hatte online stellen. Ich hatte ihn vorsichtshalber auf meinem MP3 Player gespeichert. Dank meiner Pechstraehne musste ich aber feststellen, dass dieser nicht mehr anging. Auch nachdem ich eine neue Batterie gekauft hatte, hatte ich keinen Erfolg... Das Acer Service Center teilte mir spaeter mit, dass ein Problem mit dem Chip besteht und sie ihn nicht reparieren koennten und keine Ersatzteile in Indien haetten, da sie diese Produkte hier nicht herstellen. Gluecklicherweise habe ich heute festgestellt, dass nicht der komplette Text verschwunden war sondern ein Teil hier im Blog gespeichert war.
Am Abend traf ich mich dann wieder mit Pater Anto und seiner Nichte und fuhr mit ihnen zusammen zurueck zum Konvent. Die nachten Tage versuchte ich mit der Hilfe des Paters verschiedene Kinderheime zu finden, hatte jedoch eher wenig Erfolg.
Am Donnerstag ging ich mit Sr. Stella und Sr. Shanti zusammen zu einer nahgelegenen Kirche. Auf dem Weg dorthin besuchten wir eine Blindenschule und fragten dort nach, ob sie etwas fuer mich zu tun haetten. Die naechsten beiden Tage ging ich fuer 2,5 Stunden dorthin, sang mit den Kindern und spielte Stopptanzen. Die Kinder waren wirklich sehr suess (alle Alterstufen) und sehr froh, dass ich dort war. Es gab auch 2 Albinojungen, was ich sehr interessant fand, da ich so etwas noch nie gesehen hatte (sie sahen aus als kaemen sie aus Schweden, sprachen aber Maliyalam). Einige Kinder koennen ein bisschen sehen, andere sind komplett blind. Auch wenn mir die Arbeit mit den blinden Kindern sehr viel Spass gemacht hat, war es doch sehr anstrengend, da sie zu 10 um mich herumsassen, sodass ich kaum Luft bekam und staendig mein Gesicht befuehlten, da wir ja auch nicht die selbe Sprache sprachen und sie meine Mimik erkennen wollten. Am Wochenende sang ich mit den Kindern im Konvent und schaute einen Film auf Hindi (Fanaa). Pater Anto fand schliesslich ein Heim fuer STrassenkindern in Mumbai, wo bereits zwei Maedchen aus der Schweiz arbeiten. Leider koennen die mich aber nur fuer 2 Wochen beschaeftigen. Am Dienstag wurde ich dann wieder mal krank (zu starker Wetterumschwung denke ich) und konnte mir kein Tiket nach Mumbai kaufen. Sr. Shanti war dann so lieb und brachte mir dieses mit. Am Abend bekam ich dann eine SMS von meiner Mam und erfuhr, als ich sie zurueckrief, dass sie ein Kinderheim fuer 55 Jungen in Thrivandrum fuer mich gefunden hatte.
Am Donnerstag fuhren alle Schwestern und ich zum Flughafen um Sr. Mariet zu verabschieden. Im Jeep telefonierte ich mit dem Verantwortlichen des Heimen in Thrivandrum um mich zu versichern, dass ich dort bis Ende September bleiben koenne. Leider vergass ich zu fragen wie alt die Kinder sind und stehe nun wieder vor dem selben Problem, aber dazu spaeter.
Der Fahrer liess Sr. Shanti, Sr. Stella und mich an der Bussstation raus, da wir Sr. Stellas Familie besuchen wollten. Gemeinsam mit ihrem Cousin, seiner Frau und dem ein Jahr altem Niel fuhren wir in die Stadt. Dort liefen wir etwas durch die Gegend, tranken Tee und sassen auf der Promenade am Meer. Leider hatte ich meine Kamera vergessen und konnte kein Photo von dem schoenen Sonnenuntergang machen. Am Abend kaufte ich mir noch einen Trolly (das ist zwar meiner Meinung nach unglaublich touristisch, aber hier einfach sinnvoller, da man ihn abschliessen kann, was im Zug unbedingt notwendig ist. Ausserdem fiel mein Rucksack schon total auseinander. Danach gingen wir Essen und fuhren wieder zurueck zum Konvent. Auf dem Weg kaufte ich noch Pasta, die ich am naechsten Tag fuer die Kids und die Schwestern kochen wollte. Es schmeckte allen sehr lecker und besonders das Pesto, dass ich aus Deutschland mitgebracht hatte, fand grossen Anklang... Am naechsten Tag cancelte ich dann mein Tiket und fuhr am Montag morgen zum Bahnhof, um nach Thrivandrum aufzubrechen... Die Schwestern waren unglaublich suess, packten mir etwas zu Essen ein und brachten mich zum Bahnhof.. die Kinder und auch die Schwestern, versichterten mir, dass ich jederzeit willkommen bin und unbedingt zurueck kommen muesse, sobald ich kann... am besten sollte ich gar nicht gehen... :)
Um 9 Uhr kamen wir am Bahnhof an und mussten dort noch 2 Stunden warten, da der Zug Verspaetung hatte. Schliesslich kam er doch und ich verbrachte die naechsten 6 Stunden im Zug (und das fuer 250 km)... In Thrivandrum wollte mich der Pater abholen und fand mich auch sofort.. er fragte mich ob ich nach Boystown fahre.. In dem Gewimmel und den vielen Rikschafahrern, die mich fragten wo ich hinwill, sagte ich aber bloss nein, da ich ihn fuer einen von den Rikschafahrern hielt und ging weiter.. Nach 15 Minuten im Regen und einigen Telefonaten, trafen wir uns aber doch und fuhren mit der Rikschaf zu der Schule...
Leider musste ich dort feststellen, dass die Jungs ebenfalls in der Schule sind, und daher hoechstens am Abend 1 oder 2 Stunden und am Wochenende Zeit bleibt. Ich werdem ich daher wohl doch nochmal auf die Suche nach etwas anderem machen.. Ich weiss nur noch nicht so recht, wie ich das denen erklaeren soll... Die Jungs sind auf jedenfall sehr begeistert, dass ich da bin und haengen staendig alle an mir und fragen mich alles moegliche... Hier ist eine Schwester die deutsch spricht, die mir heute geholfen hat, den richtigen Bus zu finden um hierherzu kommen. Abends wollte ich noch etwas fernsehen und wurde dann fast ausgesperrt, da ich nicht wusste, das die ein Gitter vor meiner Tuer zu machen... Naja ich habe doch noch jemanden aus dem Bett rufen koennen und im meinem Bett schlafen koennen...
Heute machte ich mich dann um mich etwas aufzumuntern, da meine Laune doch ganz schoen gesunken ist, da es hier so schwierig ist einen Job zu finden in die Stadt. Eben war ich am Kino und habe mir ein Tiket gekauft um gleich Harry Potter 5 anzuschauen... Der Film beginnt um 2.30 und ich muss noch was Essen.. also bis bald....
Darjeeling... mitten im Himalaya... das Dach der Welt.. der hoechste Punkt der Erde (den wir aufgrund von schlechtem Wetter leider nicht sehen konnten...) Die gesamten zwei Wochen war es leider neblig und regnerisch, aber nach der vielen Hitze war ich doch sehr froh darueber endlich mal abschalten zu koennen.. Dummerweise gingen unsere Probleme jetzt in die andere Richtung.. keines unserer Sachen wurde trocken, da die Luft so feucht war und fing daher sofort an zu schimmeln, selbst wenn wir sie aufgehaengt hatten. Somit mussten wir ganz schoen viel fuer die Laundry (Waescherei) ausgeben, die die Sachen dann auch trockneten... Selbst waschen durften wir leider auch nicht, da dort oben ziemliche Wasserknappheit herrscht (ist auch kein Wunder, wenn die Tanks jeden Tag mit Lastern hochgefahren werden muessen). Das Leben dort oben war richtig angenehm... gar nicht mehr wirklich Indien... zum einen sahen die Menschen viel eher Asiatisch aus (kamen zumeist auch aus Nepal und Tibet) und zum anderen waren sie auch viel freundlicher... Also ich will damit nicht sagen, dass die Inder nicht auch freundlich seien koennen, aber hier unten kann man sich ziemlich sicher sein, dass, wenn jemand freundlich ist, er oder sie auch irgendwas als Gegenleistung will... Man wird ausserdem auch nicht soviel angestarrt wie im restlichen Indien. Manche Inder benehmen sich ja wirklich als haetten sie noch nie Auslaender und schon gar keine Frauen gesehen... Wenn man nicht staendig im Mittelpunkt von allem steht ist es auf jedenfall viel entspannter... Das beste an Darjeeling waren aber wohl die vielen Auslaender, die wir dort oben getroffen haben. Nach einer so langen Zeit ohne jemanden zu treffen, der in der selben Situation war wie wir, waren wir sehr froh darueber... Darunter waren vor allem Englaender, ein Schotte, der mir versuchte beizubringen, wie ich eigene Lieder schreiben kann, aber auch Australier, ein paar Deutsche (oder zumindest halb-deutsch oder deutschsprechend...), ein Maedel aus Israel, ein Typ aus Spanien (war sehr cool, da konnt ich was versuchen Spanisch zu lernen.. allerdings hab ich ihn nur zweimal gesehn) und ein paar Amerikaner. Also ein sehr vielfaeltiger Input ;) Die meissten Tage verbrachten wir damit herumzulaufen, in Cafes zu sitzen oder ins Kino zu gehen (oh man hier gabs doch tatsaechlich endlich den dritten Teil von Fluch der Karibik... da hab ich seit 5 Wochen drauf gewartet...) An einem Tag kamen wir aus dem Kino und sahen bestimmt 50 Menschen laermend und Handywerbung zerstoerend durch die Strassen ziehen... Wir dachten schon es waere ein Krieg ausgebrochen... es ging aber lediglich darum, dass die Leute, da die Handynetze staendig ausfielen nicht fuer ihren Mann bei Indian Idol stimmen konnten... Inder regen sich echt ueber jede Kleinigkeit auf und werden sehr schnell aggressiv hab ich das Gefuehl...
Abends gingen wir mit den verschiedensten Leute in eine Bar und spielten Pool oder rauchten Shesha, Hookah, Narinja oder wie immer ihr es nennen wollt. Unser Hotel hatte eine schoene Aussichtsplattform, von wo wir wenn wir gutes Wetter hatten ziemlich weit sehen konnten (unter anderem den 3. hoechsten Berg der Welt.. den Kuchenjanga) . Leider konnten wir nicht zum Tiger Hill fahren um dort morgens um 5 den Sonnenaufgang ueber dem Himalya, samt Mount Everest zu bestaunen, da es einfach zu neblig war... Dennoch haben wir es noch in den Zoo, wo 2 Tiger und einige Leoparden mich am meissten faszinierten und zu den Teeplantagen (Darjeeling ohne Tee anzuschauen geht jawohl nicht) geschafft. In den Teeplantagen habe ich dann den Unterschied zwischen dem Superfine (weil er aus der ersten Ernte zwischen Maerz und Mai ist) Tippi (weil er aus der Spitze, Tippi, der Bluete des Teestrauchs besteht) Orange(wegen der Farbe) Golden (ebenfalls Farbe) Number 1 (nochmal weils die erste Ernte ist oder so...) usw. und anderen Tees kennengelernt... War eine sehr amuesante Stunde mit drei Australiern und einem Spanier... Ausserdem waren wir hier oben noch bei einer unglaublich englischen Teestunde (fuer die wir ganze 6 Euro blechen durften, 3 Tassen Tee und nen paar brote, kekse usw.). Zumindest konnten wir aber bei einem schoenen Kaminfeuer entspannen. Ansonsten haben wir noch beim besten Pizzabaecker (aus Frankreich) von ganz Indien gegessen (mehrmals) und die verschiedensten tibetischen und Thalaendischen Koestlichkeiten probiert.
Seit gestern sind wir nun wieder auf dem Rueckweg nach Bangalore... insgesamt werden wir wohl vier tage unterwegs sein... Eine Nacht haben wir gott sei dank schon hinter uns gebracht... Vor uns liegt nun eine 27 stuendige Fahrt von Kalkutta nach Chennai... Gestern sind wir um 2 mit dem Jeep Richtung New Jalpaiguri gefahren, von wo unser Zug abends um 8 nach Kalkutta ging. Da wir noch etwa 2 Stunden Zeit hatten (hier muss man sowas unbedingt einplanen...) sassen wir noch etwas vor dem Bahnhof und ich wurde unter anderem von einem Kalb gerammt, dass von einer anderen Kuh gegen mich geschubst wurde.. (bin ich froh das es nur ein Kalb war) ausser dem Schreck ist mir nix passiert... Die Gepaecktraeger, die sich vor dem stroemenden Regen neben uns untergestellt haben, haben mich mit ihren Versuchen, die Kuehe von da an von mir fernzuhalten aber wieder aufgemuntert... Ich glaube die waren sowieso sehr darum bemueht uns Auslaendern ein gutes Bild von Indien zu vermitteln, da sie auch saemtliche bettelnde Kinder immer wieder von uns weggescheucht haben. Auf dem Gleis trafen wir dann noch einen Australier, der in Darjeeling einige Naechte im Zimmer neben uns uebernachtet hatte.
So bis hierhin habe ich in Kolkatta geschriebe, konnte es jedoch dann nicht veroeffentlichen, weil das Internet ausgefallen ist.. daher wundert euch nicht, dass ich jetzt wieder in der Vergangenheit schreibe, da ich momentan in Thrivandrum sitze und das ganze schon ein paar Wochen her ist... alsoo...
Morgens um 6 Uhrerreichten wir Kolkatta und begaben uns nach einem kurzen Fruehstueck am Bahnhof zu dritt auf Stadterkundung. Der Garten Eden, den wir zunaechst ansteuerten war jedoch leider seit 2 Jahren geschlossen und somit machten wir es uns unter einem anderen Baum gemuetlich. Dort stellte ich dann zum ersten Mal fest, dass ich wohl vom Pech verfolgt werde.. Mein Kameradisplay war kaputt. Inzwischen wuerde ich sagen, dass uns damals die Hitze die Sinne verwirrt hat, aber damals hielten wir es fuer eine gute Idee etwas in der Hitze durch die Gegend zu laufen (gott sei dank ohne Rucksack, de3n wir bei der Gepaekaufgabe am Bahnhof gelassen hatten) um nach einem Kino zu suchen. Wir fanden jedoch keins und fuhren mit der Faehre zurueck zum Bahnhof. Hier fanden wir das besagte Internetcafe und zerliefen noch etwa 1 Stunde in der unglaublichen Hitze, da die AC im Cafe kaputt war... :( Dann assen wir noch zusammen zu mittag und trennten uns, um in verschiedene Zuege einzusteigen. Katrin und ich fuhren 27 Stunden lang bis nach Chennai. Zum ersten Mal habe ich erfahren, dass man im Zug auch Essen bestellen kann.. gut fuer mich .. ich hat naemlich nicht wirklich viel eingepackt... war sogar richtig gutes Essen. In Chennai gingen wir nur von einem Gleis zum naechsten und fuhren nach Bangalore. HOME SWEET HOME ;)
Dort kamen wir um 6 Uhr morgens an und machten uns auf die Suche nach einem Hotel. Leider mussten wir feststellen, dass es in Bangalore unglaublich teuer ist. Nach etwa 2 Stunden durch die Gegend laufen und diversen Streitereien mit Rikschafahrern fanden wir doch noch ein schoenes Hotel mit riesigen Zimmern am Citymarket fuer einen ordentlichen Preis.
Nach einer Dusche und etwa 4 Stunden Schlaf brachte ich tatsaechlich die Energie auf in Bangalore einkaufen zu gehen...
Die naechsten 2 Tage liessen wir es uns richtig gut gehen... mit Manikuere, Kino, Friseur und tollem Essen. Wie es kommen musste, wurde ich am dritten Tag aufgrund von Erschoepfung denke ich, krank. (Nach 4 Tagen Fahrt und 3 Tagen shoppen). Ausserdem suchten wir noch alle restlichen Dinge zusammen, die Katrin mit nach Haus nehmen wollte, bevor sie sich am 26.6. auf den Weg nach Deutschland machte. Am selben Tag wechselte ich in ein Einzelzimmer und verbrachte die meisste Zeit vor dem Fernseher, da ich immer noch nicht wirklich gesund war. Am 1.7. machte ich mich schliesslich auf den Weg nach Aluva (in Kerala, nahe Ernakulam) um wieder ins Arbeitsleben einzusteigen. Die Busfahrt war sehr.. wie soll ich sagen.. abwechslungsreich... Am Abend musste ich mir zunaechst einen dieser schrecklichen indischen Filme (noch schlimmer als Bollywood) anschauen, der durch den ganzen Bus droehnte und tatsaechlich meinen MP3 Player uebertoente.. Danach war ich froh endlich Ruhe zu haben, die jedoch auch nicht wirklich enstspannend war, da meine Aufmerksamkeit nun auf die Fahrkuenste des Fahrers (ich sass direkt hinter ihm) gericht waren.. Die ueberholen hier ganz schoen unvorsichtig... Morgens frueh um 5 wurde ich dann von "wunderbarer" indischer Kitschmusik geweckt, die dann spaeter durch noch schlimmere Musik ersetzt wurde.. Vengaboys... oh man.. dieses Land ist doch echt zum verzweifeln ;)
Als ich ausstieg stand dort direkt ein Rikschafahrer, der mich zu einer Schule brachte, die fast so hiess wie auf meinem Zettel stand.. Gluecklicherweise, war es die richtige Schule und ich fand schliesslich auch den Konvent. Dort wurde ich sehr herzlich aufgenommen. Ich wohnte in einem schoenen, hellen Raum mit riesigem Bad. Nachdem Schwester Leema mir ein reichhaltiges Fruehstueck gegeben hatte, legte ich mich zunaechst einmal schlafen. Am Nachmittag traf ich dann auch die anderen drei Schwestern : Sr. Shanti, Sr. Stella und Sr. Mariet. Zusammen gingen wir erstmal shoppen :). Als wir mit dem Jeep losfuhren, begannen die Schwestern an zu beten und erklaerten mir danach, dass sie fuer eine sichere Fahrt gebetet hatten... Allerdings schnallte sich keine der Schwestern an... Wir fuhren also los um eine Tasche fuer Sr. Mariet zu kaufen, da sie in ein paar Tagen nach Mumbai fliegen wollte. Danach fuhren wir zu Sr. Mariets Bruder und seiner Familie. Auf dem Weg machten wir noch bei einer anderen Schwester halt, die lange Zeit in Deutschland gelebt hatte und wie Sr. Mariet auch gut Deutsch sprechen konnte. Sie hatte einen Gast aus Deutschland, mit der ich mich einige Zeit unterhalten konnte. Obwohl es ja erst knapp eine Woche her war, hatte ich schon Schwierigkeiten die deutschen Worte zu finden und wechselte immer wieder ins englische... Wir assen noch diverse suesse Sachen zum Tee und fuhren dann zu Sr. Mariets Familie. Dort angekommen bekamen wir noch mehr zu essen (und die Schwestern wunderten sch tatsaechlich, dass ich abends nicht mehr essen konnte). Sr. Mariet blieb bei ihrer Familie, da sie ja in ein paar Tagen Kerala verlassen wuerde und wir machten uns auf den Weg zurueck zum Konvent. Nach dem Abendessen, ging ich noch kurz zu den Kindern um mich vorzustellen. Die 9 Maedchen (sprachen leider nicht viel Englisch) waren sehr begeistert mich zu sehen und begrussten mich herzlich. Leider sind sie von Montag bis Freitag bis 5 Uhr in der Schule und muessen danach diverse andere Sachen wie Hausaufgaben und Gartenarbeit machen, womit nicht viel Zeit fuer mich uebrig blieb. Sie sind zwischen 12 un 16 Jahren alt. In den naechsten Tagen schlief ich lang, lernte Spanisch und versuchte am Abend mit den Kindern zu arbeiten. Trotz vieler Sprachproblemeschafften wir es uns gegenseitig Englisch und Maliyalam beizubringen und schliesslich Freundschaftsbaender zu knuepfen. Da ich dort ja leider nicht so wirklich gebraucht wurde, sucht ich ausserdem noch nach anderen Organisationen.
Am Mittwoch kam ein Pater, der viele Jahre in Liechtenstein gewohnt hatte und daher deutsch sprach in s Konvent und wollte danach mit sein4er Nichte nach Ernakulam fahren. Da ich dort sowieso hinwollte, fuhr ich mit den beiden zusammen. Auf der Fahrt erzaehlte ich ihm von meiner Absicht in einem Kinderheim hier in Indien zu arbeiten und er versprach mir zu helfen. In Ernakulam gingen wir zunaechst einmal in einem drehenen Restaurant mit Buffett essen. Danach trennten wir uns und waehrend die beiden in einen Maliayalm Film gingen, ging ich ins Internetcafe und telefonierte erstmal etwas ueber Skype mit meiner Mam. Danach wollte ich den Text, den ich in Kolkatta im Internetcafe geschrieben hatte online stellen. Ich hatte ihn vorsichtshalber auf meinem MP3 Player gespeichert. Dank meiner Pechstraehne musste ich aber feststellen, dass dieser nicht mehr anging. Auch nachdem ich eine neue Batterie gekauft hatte, hatte ich keinen Erfolg... Das Acer Service Center teilte mir spaeter mit, dass ein Problem mit dem Chip besteht und sie ihn nicht reparieren koennten und keine Ersatzteile in Indien haetten, da sie diese Produkte hier nicht herstellen. Gluecklicherweise habe ich heute festgestellt, dass nicht der komplette Text verschwunden war sondern ein Teil hier im Blog gespeichert war.
Am Abend traf ich mich dann wieder mit Pater Anto und seiner Nichte und fuhr mit ihnen zusammen zurueck zum Konvent. Die nachten Tage versuchte ich mit der Hilfe des Paters verschiedene Kinderheime zu finden, hatte jedoch eher wenig Erfolg.
Am Donnerstag ging ich mit Sr. Stella und Sr. Shanti zusammen zu einer nahgelegenen Kirche. Auf dem Weg dorthin besuchten wir eine Blindenschule und fragten dort nach, ob sie etwas fuer mich zu tun haetten. Die naechsten beiden Tage ging ich fuer 2,5 Stunden dorthin, sang mit den Kindern und spielte Stopptanzen. Die Kinder waren wirklich sehr suess (alle Alterstufen) und sehr froh, dass ich dort war. Es gab auch 2 Albinojungen, was ich sehr interessant fand, da ich so etwas noch nie gesehen hatte (sie sahen aus als kaemen sie aus Schweden, sprachen aber Maliyalam). Einige Kinder koennen ein bisschen sehen, andere sind komplett blind. Auch wenn mir die Arbeit mit den blinden Kindern sehr viel Spass gemacht hat, war es doch sehr anstrengend, da sie zu 10 um mich herumsassen, sodass ich kaum Luft bekam und staendig mein Gesicht befuehlten, da wir ja auch nicht die selbe Sprache sprachen und sie meine Mimik erkennen wollten. Am Wochenende sang ich mit den Kindern im Konvent und schaute einen Film auf Hindi (Fanaa). Pater Anto fand schliesslich ein Heim fuer STrassenkindern in Mumbai, wo bereits zwei Maedchen aus der Schweiz arbeiten. Leider koennen die mich aber nur fuer 2 Wochen beschaeftigen. Am Dienstag wurde ich dann wieder mal krank (zu starker Wetterumschwung denke ich) und konnte mir kein Tiket nach Mumbai kaufen. Sr. Shanti war dann so lieb und brachte mir dieses mit. Am Abend bekam ich dann eine SMS von meiner Mam und erfuhr, als ich sie zurueckrief, dass sie ein Kinderheim fuer 55 Jungen in Thrivandrum fuer mich gefunden hatte.
Am Donnerstag fuhren alle Schwestern und ich zum Flughafen um Sr. Mariet zu verabschieden. Im Jeep telefonierte ich mit dem Verantwortlichen des Heimen in Thrivandrum um mich zu versichern, dass ich dort bis Ende September bleiben koenne. Leider vergass ich zu fragen wie alt die Kinder sind und stehe nun wieder vor dem selben Problem, aber dazu spaeter.
Der Fahrer liess Sr. Shanti, Sr. Stella und mich an der Bussstation raus, da wir Sr. Stellas Familie besuchen wollten. Gemeinsam mit ihrem Cousin, seiner Frau und dem ein Jahr altem Niel fuhren wir in die Stadt. Dort liefen wir etwas durch die Gegend, tranken Tee und sassen auf der Promenade am Meer. Leider hatte ich meine Kamera vergessen und konnte kein Photo von dem schoenen Sonnenuntergang machen. Am Abend kaufte ich mir noch einen Trolly (das ist zwar meiner Meinung nach unglaublich touristisch, aber hier einfach sinnvoller, da man ihn abschliessen kann, was im Zug unbedingt notwendig ist. Ausserdem fiel mein Rucksack schon total auseinander. Danach gingen wir Essen und fuhren wieder zurueck zum Konvent. Auf dem Weg kaufte ich noch Pasta, die ich am naechsten Tag fuer die Kids und die Schwestern kochen wollte. Es schmeckte allen sehr lecker und besonders das Pesto, dass ich aus Deutschland mitgebracht hatte, fand grossen Anklang... Am naechsten Tag cancelte ich dann mein Tiket und fuhr am Montag morgen zum Bahnhof, um nach Thrivandrum aufzubrechen... Die Schwestern waren unglaublich suess, packten mir etwas zu Essen ein und brachten mich zum Bahnhof.. die Kinder und auch die Schwestern, versichterten mir, dass ich jederzeit willkommen bin und unbedingt zurueck kommen muesse, sobald ich kann... am besten sollte ich gar nicht gehen... :)
Um 9 Uhr kamen wir am Bahnhof an und mussten dort noch 2 Stunden warten, da der Zug Verspaetung hatte. Schliesslich kam er doch und ich verbrachte die naechsten 6 Stunden im Zug (und das fuer 250 km)... In Thrivandrum wollte mich der Pater abholen und fand mich auch sofort.. er fragte mich ob ich nach Boystown fahre.. In dem Gewimmel und den vielen Rikschafahrern, die mich fragten wo ich hinwill, sagte ich aber bloss nein, da ich ihn fuer einen von den Rikschafahrern hielt und ging weiter.. Nach 15 Minuten im Regen und einigen Telefonaten, trafen wir uns aber doch und fuhren mit der Rikschaf zu der Schule...
Leider musste ich dort feststellen, dass die Jungs ebenfalls in der Schule sind, und daher hoechstens am Abend 1 oder 2 Stunden und am Wochenende Zeit bleibt. Ich werdem ich daher wohl doch nochmal auf die Suche nach etwas anderem machen.. Ich weiss nur noch nicht so recht, wie ich das denen erklaeren soll... Die Jungs sind auf jedenfall sehr begeistert, dass ich da bin und haengen staendig alle an mir und fragen mich alles moegliche... Hier ist eine Schwester die deutsch spricht, die mir heute geholfen hat, den richtigen Bus zu finden um hierherzu kommen. Abends wollte ich noch etwas fernsehen und wurde dann fast ausgesperrt, da ich nicht wusste, das die ein Gitter vor meiner Tuer zu machen... Naja ich habe doch noch jemanden aus dem Bett rufen koennen und im meinem Bett schlafen koennen...
Heute machte ich mich dann um mich etwas aufzumuntern, da meine Laune doch ganz schoen gesunken ist, da es hier so schwierig ist einen Job zu finden in die Stadt. Eben war ich am Kino und habe mir ein Tiket gekauft um gleich Harry Potter 5 anzuschauen... Der Film beginnt um 2.30 und ich muss noch was Essen.. also bis bald....
07 Juni 2007
eine lange Reise...
Hey ihr,
ja so lange ist es her, dabei hatte ich doch gesagt ich werde mich jetzt haufiger melden.. ich habe aber auch eine wirklich gute Ausrede...
Dazu aber spaeter... zunaechst einmal meine Reise...
Zunaechst muss ich erstmal von der besten Fruehstuecksmoeglichkeit in Indien erzaehlen. Dort habe ich seit .. zum ersten mal seit ich in Indien bin, richtig leckeres Fruehstueck mit Croissants, frischem Saft und allem drum und dran bekommen.
Am (das Datum werd ich noch hinzufuegen, weiss ich gerade nicht) fuhren wir dann von Pondicherry 7 stunden lang nach Chennai (das liegt hier leider nicht nur an den Strecken, sondern auch an den unglaublichen Bummelzuegen). Dort nahmen wir, da wir uns in Chennai so wenig wie moeglich aufhalten wollten, nach einem Abendessen in einem Restaurant mit Klimaanlage (voll toll, bei Aussentemperaturen von 45 Grad) den Uebernachtzug nach Visakapatnam. Leider hatten wir Betten am Gang und wurden von den 20 Maennern, die um uns rumlagen angestarrt (wird man hier eigentlich immer.. ist ziemlich laestig, als ob die noch nie Auslaender gesehen haetten...) Ich habe dann einfach mein Bettlaken vor das Bett gehangen und konnte in Ruhe schlafen.
Am naechsten Morgen kamen wir auch tatsaechlich in Visakapatnam an. Nach dieser insgesamt etwa 20 stuendigen Fahrt begaben wir uns erstmal vergeblich auf die Suche nach einem Hotel. Die Hitze wurde unertraeglich und da wir keine Karte hatten, mussten wir uns von geldgierigen Rikschafahreren durch die ganze Stadt kutschieren lassen und haben nach 4 Stunden suchen und unmengen verschwendetem Geld, endlich ein angenehmes Hotel gefunden. Dort fielen wir nur noch in unsere Betten und schliefen sofort ein. Leider faellt mir beim besten willen nicht mehr ein, wie das Hotel und die Umgebung ausgesehen hat.. wahrscheinlich habe ich es einfach aus meinem Gedaechtnis verdraengt, da es nicht besonders toll war...
Ein paar Tage spaeter fuhren wir auf jedenfall wieder los um uns endlich an einen ruhigeren Ort niederzulassen. Morgens um 6 Uhr sollte der Zug nach Jagdalpur normalerweise starten. Der Lonely Planet versprach uns eine angenehme Fahrt mit schoenem Ausblick. Da wir kein 2. klassetiket mehr bekommen hatten, aber unbedingt aus der Stadt rauswollten, hatten wir uns ein 1. Klassetiket geholt. Unsere Freude auf ein bisschen Luxus wurde aber dadurch getruebt, das wir anscheinend mit einer 6 koepfigen Familie (1 schreiendes Baby inklusive) in einer Kabine, die sich ausser der paar Ventilatoren ueberhaupt nicht von der 2. Klasse unterschied fahren wuerden. Nachdem der Zug mit 2 Stunden Verspaetung doch noch losfuhr wurde uns auch klar, warum er als angenehm beschrieben wurde... Wir fuhren etwa mit 20 km/h ... 12 Stunden lang! Am TAG! Im Stockdunkeln kamen wir doch endlich in Jagdalpur an und nahmen uns direkt eine Fahradrikscha (Autos gabs nicht.. schonmal ein gutes Zeichen) zum einzigen Hotel, das im Lonely Planet drinstand. Als wir dort ankamen, waren wir doch tatsaechlich guter Hoffnung hier ein paar erholsame, entspannte Tage zu verbringen. Das Restaurant war gleich unten im Hotel und somit mussten wir uns nichtmal viel bewegen. Leider, leider funktioniert in Indien ja gar nix... Nicht mal Ruhe und Entspannung!!! Morgens um 10 Uhr fingen die Handwerker an zu arbeiten, die das Hotel fuer die Hauptsaison wieder in Schuss bringen sollten. Die gesamte Nacht wurden wir dank mangelnder Moskitovorrichtungen an den Fenstern und einem Ventilator der dank staendigen stromaussfaellen immer wieder ausging, von Muecken (bzw. dem Moskitonetz (ich erklaere hiermit jeden fuer verrueckt der freiwillig unter sowas schlaeft)) und Hitze wach gehalten. Am naechsten Tag wurde Katrin dann auch noch krank und der Strom viel ganz aus. Das Restaurant unten, leider das einzige in der gesamten Stadt, machte so oelige Speisen, das wir beide Magenprobleme bekamen. 5 Tage lang ohne Strom (bei 40 Grad Aussentemperatur), keiner Beschaeftigungsmoeglichkeit (kein Internet, kein Fernseher, keine Natur) brachten uns an den Rand des Wahnsninns... dazu fiel das Wasser auch noch hin und wieder aus. Schliesslich fanden wir ueber den Hotelier doch noch eine Moeglichkeit Tikets bis nach Darjeeling zu bekommen (wir wollten die nicht einzeln jeweils vor ort kaufen, da die Bahntikets alle ausgebucht waren und wir keine weiteren Zwischenstops einlgen wollten) und machten uns auch direkt auf den Weg. Am 4. Juni stiegen wir in den wohl allerbesten Bus Indiens! Unglaublich gemuetliche Sitze, weiche Kuscheldecken und Stille! Leider wurde es durch die Klimaanlage etwas kuehl, aber das war wenigstens mal eine gelungene Abwechslung zum Hitzeschock!!!
Morgens um 6 Uhr kamen wir in Raipur an, wo wir abends um 5 Uhr den Flug nach Kolkatta (1 Stunde statt 12 stunden Zug) nehmen wollten. Wir legten uns am Bahnhof ein paar Stunden in den Warteraum um etwas zu schlafen und gingen schliesslich fruestuecken (12.00 Uhr) Nachdem wir noch mal 150 Rupien fuer die Fahrt zum Flughafen bezahlt hatten, stiegen wir endlich in den Flieger. In Kolkatta sollte uns dann eigentlich ein Travel Agent abholen, der uns dann zum Bus bringen sollte... Wie in Indien ja so ueblich ist (auf nichts und niemanden ist Verlass) tauchte der Typ nicht auf und wir machten und nach 1,5 Stunden warten selbst auf die Suche nach der Busstation. Mit dem Taxi fuhren wir 1,5 Stunden in die Stadt und bekamen auch direkt eine Moeglichkeit mit dem Bus zu fahren. Mit einer Stunde Verspaetung fuhren wir (zu zweit) auf eine Liegeflaeche von etwa 100 mal 200 cm gequetscht los. Da der jeweils andere bei der kleinsten Bewegung wach wurde, war die Fahrt nicht gerade angenehm. Zudem lag ich halb unter einer Stange und hatte das Gefuehl ich haette halb soviel Platz wie meine Schultern breit sind... Jetzt weiss ich wie sich Sardinen fuehlen...
Da die grossen Busse nicht in den Himalaya fahren koennen, mussten wir in Siliguri noch einmal umsteigen... Dort bekam ich aus unbekannten Gruenden nen totalen Schock (mein gesamter Ruecken fing an wie Feuer zu brennen, man konnte jedoch nichts sehen). Ich denke mal das das aufgrund der Tatsache war, das es unglaublich warm und stickig war und ich seit mehr als 24 Stunden nichts gegessen hatte. Heulend vor Schmerzen stieg ich dennoch in den Bus ein und alle um mich rum waren vollkommen besorgt. Ich bekam einen Platz am Fenster und sollte mir die Schuhe ausziehen.. Mir wurde Wasser und alles Moegliche zu Essen angeboten und alle schaute mit so einem unglaublich fuersorglichen Blick, das ich mich richtig wohl gefuehlt habe. Nach etwa 30 Minuten wurde es wieder besser und ich setzte mich wieder neben Katrin... Die gesamte Fahrt musste ich darauf achten ruhig zu atmen und mich nicht anzulehnen, damit es nicht wieder anfing. Nach 3,5 Stunden Fahrt und einem Temperaturunterschied von 20 Grad wurde es dann wieder gut und ich konnte mich normal bewegen. In Darjeeling waren wir nur noch froh, das uns ein Taxi zum Hotel brachte und wir dort duschen konnten. Vorher gingen wir allerdings noch in ein unglaublich suesses kleines Restaurant 2 min. entfernt und assen tolle Pasta mit Tomatensauce. Es gab dort 3 Tische und die Familie war unglaublich suess. Ein kleines Maedchen brachte uns laechelnd die Getraenke, waehrend ihre vor sich hinsingende Mama uns versicherte, das das Essen bald kommt und wir nicht mehr lang hungrig sein muessen....
Nach dem Essen gingen wir zurueck ins Hotel und ich ging nach einer angenehm heissen Dusche (die Worte angenehm heiss habe ich seit Monaten nicht mehr zusammen verwendet) sofort schlafen. Heute morgen wachte ich sehr frueh auf und stellte fest, dass ich zum ersten mal seit langer Zeit nicht nassgeschwitzt war. Nach einem leckeren Fruehstueck kam ich hier ins Internetcafe um endlich meine gesamten Gedanken aufzuschreiben und natuerlich euch mitzuteilen...
Bis bald....
ja so lange ist es her, dabei hatte ich doch gesagt ich werde mich jetzt haufiger melden.. ich habe aber auch eine wirklich gute Ausrede...
Dazu aber spaeter... zunaechst einmal meine Reise...
Zunaechst muss ich erstmal von der besten Fruehstuecksmoeglichkeit in Indien erzaehlen. Dort habe ich seit .. zum ersten mal seit ich in Indien bin, richtig leckeres Fruehstueck mit Croissants, frischem Saft und allem drum und dran bekommen.
Am (das Datum werd ich noch hinzufuegen, weiss ich gerade nicht) fuhren wir dann von Pondicherry 7 stunden lang nach Chennai (das liegt hier leider nicht nur an den Strecken, sondern auch an den unglaublichen Bummelzuegen). Dort nahmen wir, da wir uns in Chennai so wenig wie moeglich aufhalten wollten, nach einem Abendessen in einem Restaurant mit Klimaanlage (voll toll, bei Aussentemperaturen von 45 Grad) den Uebernachtzug nach Visakapatnam. Leider hatten wir Betten am Gang und wurden von den 20 Maennern, die um uns rumlagen angestarrt (wird man hier eigentlich immer.. ist ziemlich laestig, als ob die noch nie Auslaender gesehen haetten...) Ich habe dann einfach mein Bettlaken vor das Bett gehangen und konnte in Ruhe schlafen.
Am naechsten Morgen kamen wir auch tatsaechlich in Visakapatnam an. Nach dieser insgesamt etwa 20 stuendigen Fahrt begaben wir uns erstmal vergeblich auf die Suche nach einem Hotel. Die Hitze wurde unertraeglich und da wir keine Karte hatten, mussten wir uns von geldgierigen Rikschafahreren durch die ganze Stadt kutschieren lassen und haben nach 4 Stunden suchen und unmengen verschwendetem Geld, endlich ein angenehmes Hotel gefunden. Dort fielen wir nur noch in unsere Betten und schliefen sofort ein. Leider faellt mir beim besten willen nicht mehr ein, wie das Hotel und die Umgebung ausgesehen hat.. wahrscheinlich habe ich es einfach aus meinem Gedaechtnis verdraengt, da es nicht besonders toll war...
Ein paar Tage spaeter fuhren wir auf jedenfall wieder los um uns endlich an einen ruhigeren Ort niederzulassen. Morgens um 6 Uhr sollte der Zug nach Jagdalpur normalerweise starten. Der Lonely Planet versprach uns eine angenehme Fahrt mit schoenem Ausblick. Da wir kein 2. klassetiket mehr bekommen hatten, aber unbedingt aus der Stadt rauswollten, hatten wir uns ein 1. Klassetiket geholt. Unsere Freude auf ein bisschen Luxus wurde aber dadurch getruebt, das wir anscheinend mit einer 6 koepfigen Familie (1 schreiendes Baby inklusive) in einer Kabine, die sich ausser der paar Ventilatoren ueberhaupt nicht von der 2. Klasse unterschied fahren wuerden. Nachdem der Zug mit 2 Stunden Verspaetung doch noch losfuhr wurde uns auch klar, warum er als angenehm beschrieben wurde... Wir fuhren etwa mit 20 km/h ... 12 Stunden lang! Am TAG! Im Stockdunkeln kamen wir doch endlich in Jagdalpur an und nahmen uns direkt eine Fahradrikscha (Autos gabs nicht.. schonmal ein gutes Zeichen) zum einzigen Hotel, das im Lonely Planet drinstand. Als wir dort ankamen, waren wir doch tatsaechlich guter Hoffnung hier ein paar erholsame, entspannte Tage zu verbringen. Das Restaurant war gleich unten im Hotel und somit mussten wir uns nichtmal viel bewegen. Leider, leider funktioniert in Indien ja gar nix... Nicht mal Ruhe und Entspannung!!! Morgens um 10 Uhr fingen die Handwerker an zu arbeiten, die das Hotel fuer die Hauptsaison wieder in Schuss bringen sollten. Die gesamte Nacht wurden wir dank mangelnder Moskitovorrichtungen an den Fenstern und einem Ventilator der dank staendigen stromaussfaellen immer wieder ausging, von Muecken (bzw. dem Moskitonetz (ich erklaere hiermit jeden fuer verrueckt der freiwillig unter sowas schlaeft)) und Hitze wach gehalten. Am naechsten Tag wurde Katrin dann auch noch krank und der Strom viel ganz aus. Das Restaurant unten, leider das einzige in der gesamten Stadt, machte so oelige Speisen, das wir beide Magenprobleme bekamen. 5 Tage lang ohne Strom (bei 40 Grad Aussentemperatur), keiner Beschaeftigungsmoeglichkeit (kein Internet, kein Fernseher, keine Natur) brachten uns an den Rand des Wahnsninns... dazu fiel das Wasser auch noch hin und wieder aus. Schliesslich fanden wir ueber den Hotelier doch noch eine Moeglichkeit Tikets bis nach Darjeeling zu bekommen (wir wollten die nicht einzeln jeweils vor ort kaufen, da die Bahntikets alle ausgebucht waren und wir keine weiteren Zwischenstops einlgen wollten) und machten uns auch direkt auf den Weg. Am 4. Juni stiegen wir in den wohl allerbesten Bus Indiens! Unglaublich gemuetliche Sitze, weiche Kuscheldecken und Stille! Leider wurde es durch die Klimaanlage etwas kuehl, aber das war wenigstens mal eine gelungene Abwechslung zum Hitzeschock!!!
Morgens um 6 Uhr kamen wir in Raipur an, wo wir abends um 5 Uhr den Flug nach Kolkatta (1 Stunde statt 12 stunden Zug) nehmen wollten. Wir legten uns am Bahnhof ein paar Stunden in den Warteraum um etwas zu schlafen und gingen schliesslich fruestuecken (12.00 Uhr) Nachdem wir noch mal 150 Rupien fuer die Fahrt zum Flughafen bezahlt hatten, stiegen wir endlich in den Flieger. In Kolkatta sollte uns dann eigentlich ein Travel Agent abholen, der uns dann zum Bus bringen sollte... Wie in Indien ja so ueblich ist (auf nichts und niemanden ist Verlass) tauchte der Typ nicht auf und wir machten und nach 1,5 Stunden warten selbst auf die Suche nach der Busstation. Mit dem Taxi fuhren wir 1,5 Stunden in die Stadt und bekamen auch direkt eine Moeglichkeit mit dem Bus zu fahren. Mit einer Stunde Verspaetung fuhren wir (zu zweit) auf eine Liegeflaeche von etwa 100 mal 200 cm gequetscht los. Da der jeweils andere bei der kleinsten Bewegung wach wurde, war die Fahrt nicht gerade angenehm. Zudem lag ich halb unter einer Stange und hatte das Gefuehl ich haette halb soviel Platz wie meine Schultern breit sind... Jetzt weiss ich wie sich Sardinen fuehlen...
Da die grossen Busse nicht in den Himalaya fahren koennen, mussten wir in Siliguri noch einmal umsteigen... Dort bekam ich aus unbekannten Gruenden nen totalen Schock (mein gesamter Ruecken fing an wie Feuer zu brennen, man konnte jedoch nichts sehen). Ich denke mal das das aufgrund der Tatsache war, das es unglaublich warm und stickig war und ich seit mehr als 24 Stunden nichts gegessen hatte. Heulend vor Schmerzen stieg ich dennoch in den Bus ein und alle um mich rum waren vollkommen besorgt. Ich bekam einen Platz am Fenster und sollte mir die Schuhe ausziehen.. Mir wurde Wasser und alles Moegliche zu Essen angeboten und alle schaute mit so einem unglaublich fuersorglichen Blick, das ich mich richtig wohl gefuehlt habe. Nach etwa 30 Minuten wurde es wieder besser und ich setzte mich wieder neben Katrin... Die gesamte Fahrt musste ich darauf achten ruhig zu atmen und mich nicht anzulehnen, damit es nicht wieder anfing. Nach 3,5 Stunden Fahrt und einem Temperaturunterschied von 20 Grad wurde es dann wieder gut und ich konnte mich normal bewegen. In Darjeeling waren wir nur noch froh, das uns ein Taxi zum Hotel brachte und wir dort duschen konnten. Vorher gingen wir allerdings noch in ein unglaublich suesses kleines Restaurant 2 min. entfernt und assen tolle Pasta mit Tomatensauce. Es gab dort 3 Tische und die Familie war unglaublich suess. Ein kleines Maedchen brachte uns laechelnd die Getraenke, waehrend ihre vor sich hinsingende Mama uns versicherte, das das Essen bald kommt und wir nicht mehr lang hungrig sein muessen....
Nach dem Essen gingen wir zurueck ins Hotel und ich ging nach einer angenehm heissen Dusche (die Worte angenehm heiss habe ich seit Monaten nicht mehr zusammen verwendet) sofort schlafen. Heute morgen wachte ich sehr frueh auf und stellte fest, dass ich zum ersten mal seit langer Zeit nicht nassgeschwitzt war. Nach einem leckeren Fruehstueck kam ich hier ins Internetcafe um endlich meine gesamten Gedanken aufzuschreiben und natuerlich euch mitzuteilen...
Bis bald....
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