07 November 2006

Hey Leute,

nun bin ich schon eine Woche hier und soviel ist passiert, hier also der Bericht von den ersten paar Tagen:

Heute war mein erster Tag hier in Shishu Mandir... Nachdem ich gestern um 10.50 Uhr pünktlich in den Flieger gestiegen bin (und das nach verschiedenen Problemen mit 10 Kilo schweren Säcken voll Kuscheltieren, die ich dann schließlich doch in Deutschland lassen musste), flog ich zunächst einmal nach London Heathrow. Der Flug war recht angenehm und auch nicht so lange. So nen Sandwich wie in die Slowakei hab ich leider nicht bekommen. Hungrig wie ich dann um 12 Uhr war, begann ich den Flughafen nach Restaurants zu untersuchen. Da ich mich nicht verlaufen wollte und auch nicht soo viel Zeit hatte, habe ich dann schließlich das einzige genommen was ich finden konnte. Wie sich herausstellte waren die unglaublich teuer (12 Euro für ne Pizza), aber da ich nix andres gefunden hatte, blieb mir keine Wahl. Wie sich nachher herausstellte, war es doch eine ganz gute Idee, denn im Flugzeug war das Essen wirklich nicht toll. Schließlich stieg ich um 13.40 Uhr Ortzeit (England ist ja ne Stunde früher oder später .. ich krieg das immer noch nicht auf die Reihe ;) ) in das Flugzeug nach Bangalore. Obwohl ich echt keine Ahnung hatte wo ich überhaupt hinmusste, fand ich das Flugzeug doch recht schnell. Die Boing 777 ist ein ganzes Stück größer als die Boing 937 (oder so ähnlich). Auf meinem Sitz fand ich zunächst einmal eine Decke, Zahnbürste und Zahnpasta, Kopfhörer und Socken... (ja keine Ahnung warum man im Flieger Socken bekommt ) Der Sitz war gemütlich, das Videoprogramm interessant und die Frau die sich neben mich gesetzt hatte (der Platz war eigentlich frei, aber ihr gefiel ihr ursprünglicher Platz irgendwie nicht), nervte mich den ganzen Flug über mit irgendwelchen Fragen und ständigem Aufstehen (sie musste dann an meinem Platz vorbei, also musste ich auch aufstehen). Im Fernsehen lief während des Fluges ca. 6 mal Cars (ihr könnt euch jetzt ausrechnen wie lange ich geflogen bin *G* ) Außerdem gabs noch andere Filme wie X-Men 3, Ab durch die Hecke und Serien wie Friends und Malcolm mittendrin, natürlich alles auf Englisch. Das war aber immerhin besser zu verstehen, als das seltsame Kauderwelsch, dass das Boardpersonal von sich gab. Nach etwa einer Stunde gabs dann was zu essen und wie ich schon sagte, war es nicht wirklich gut. Ein Brötchen vom Tag vorher (mindestens) irgendwas mit Hühnchen in ner Soße.. ziemlich undefinierbar, ein Nachtisch (ich glaub nen Quark). Ich hab die Hälfte wieder zurückgehen lassen, weil ichs einfach nicht runterbekam. Zu trinken gabs dafür um so mehr. Man konnte zwischen allem möglichen Wählen, wie Cola (in so kleinen Dosen.. süüüß ;) ), Säften und Wasser. Den Flug verbrachte ich also damit Filme zu schaun, Computer zu spielen und zu trinken. Später (also wirklich spät, so um 11 Uhr nach Deutschlands Zeit) gabs dann nochmal was zu essen. Diesmal schmeckte es echt gut. War nur etwas scharf. Im Flugzeug traf ich noch ein älteres Ehepaar aus Bayern mit denen ich darüber gerätselt habe, was die da eigentlich ständig durch die Lautsprecher zu sagen versuchten. Um 4.45 Uhr kam ich dann in Bangalore an und war erstmal richtig geschockt, was für nen schäbbigen Flughafen die haben (ich mein, ist ja schließlich ne Millionenstadt). Kabel hingen von der Decke, es tropfte Wasser herunter, die Wände waren mit Schimmel bedeckt. Nachdem ich etwa ne Stunde auf mein Gepäck gewartet hatte (der Koffer hat übrigens nur so gerade eben gehalten, war schon einen Spalt offen, weil die den so durch die Gegend geworfen hatten) und vergeblich versucht hatte, den Typ der das Zeug tragen wollte loszuwerden, ging ich nach draußen und suchte zwischen den 50 Schildern nach den beiden Praktikantinnen. Ich fand sie dann auch ziemlich schnell und sie gaben dem Gepäckträger dann etwas Kleingeld (ich hatte ja nur Traveler Cheques, womit der wahrscheinlich eher wenig anfangen kann) Obwohl es erst früh am Morgen war, war die Stadt doch schon sehr belebt. Überall fuhren Motorräder (wenn man sie denn so nennen kann.. eher totale Schrottlauben), Motorrikschas und Autos umher. Die beiden Mädels gingen dann zu einer Rikscha hin und feilschten mit den Fahrern um einen Preis ( Man nimmt hier übrigens nie den Preis, den die Leute anbieten, egal was man kauft). Vollbepackt ging es dann los. Mir wurde fast schlecht bei der Fahrt. Also eigentlich sollten die Leute ja auf der linken Fahrbahn fahren, aber anscheinend ist denen das völlig egal. Wenn wo frei ist fahren die auch durch... Meißtens mit 4 Autos auf einer Straße mit zwei Bahnen. Grundsätzlich gibt es zwei Regeln: 1. Der größere hat immer Recht und wenn das mal nicht gilt, dann 2. wer als erstes hupt hat Recht. Endlich angekommen hab ich mich erstmal über alles Mögliche mit den Mädels unterhalten. Vieles was ich vorher gedacht habe, ist hier ganz anders. Doch insgesamt ist alles im sehr schlechten Zustand. Die Straßen sind aufgebrochen, die Häuser heruntergekommen. Ich wohn mit den beiden Mädels in einem kleinen Raum mit einem Hochbett und einem normalen Bett. Es ist außerdem noch Platz für einen Schrank und eine kleine Spüle, wobei dort aber der Abfluss momentan kaputt ist. Wir haben auch einen Ventilator, der aber nicht funktioniert. Das Wetter ist nicht zu warm und nicht zu kalt (wobei die Inder und die beiden Anderen schon frieren). Der Durchschnitt liegt bei etwa 26 Grad.

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