08 November 2006

Nachdem ich dann meine Sachen ausgepackt hatte, brachte mich Sophia (die eine Praktikantin) in das Haus wo die Kinder wohnen. Die hatten nicht soviel Probleme sich an mich zu gewöhnen, da ich nach 5 Minuten bereits drei Kinder an mir hängen hatte. Ich wurde noch von ein paar „Aunties“ begrüßt, so heißen hier die, die sich um den Haushalt und um die Babies kümmern. Schließlich bekam ich direkt mal den Jüngsten ( ca. 4 Monate) auf den Arm gedrückt und sollte ihn mit der Flasche füttern. Ist echt nicht so einfach, wenn man da keine Ahnung von hat. Gott sei Dank wurde mir diese Aufgabe schnell wieder abgenommen. Die Kids machten sich auf zur Schule und ich ging in unser Zimmer um etwas zu schlafen. Trotz der Lautstärke und des Lichts, hab ich bis 7 Uhr abends durchgeschlafen. Um 7 weckte Tina mich und fragte, ob ich Lust hätte mit ihr Geetha abzuholen. Geetha muss dreimal die Woche von der Dialyse abgeholt werden. Es wurde schon langsam dunkel, als wir uns schließlich in die Rikscha setzten. Etwas später gingen wir drei, Sophia , Tina und ich dann noch in die Stadt. Wir trafen uns dort mit drei Jungs: (mir fällt nur noch der Name OJ ein ;) ), die häufiger was mit Sophia und Tina unternahmen. Wir fuhren zu einem Club, wo ganz normale Musik lief (also nicht so Bollywood zeugs) ich kannte sogar die meißten Lieder ;), tranken etwas und gingen Tanzen (die Tanzflächen waren so voll, dass man sich kaum bewegen konnte). In dem Club waren eigentlich nur Studenten. Von den drei Jungs waren zwei aus Indien und einer kam aus Afrika (OJ). Außerdem waren dort noch viele Amerikaner und auch ein paar Deutsche. In den Clubs müssen immer nur die Männer bezahlen (die sind wahrscheinlich froh, dass überhaupt Frauen kommen). Hier schließen die Club schon um 23.30 Uhr, also gingen wir noch was essen. Das Essen war einfach super. Die Jungs bestellten Lammfleisch und Hühnchen. Dazu gabs dann noch Reis und verschiedene Soßen. Sämtliche Getränke werden hier von der Coca Cola Industrie hergestellt (man sagt auch, dass Coca Cola den Bauern das Wasser abpumpt und sie somit zwingt in einer Firma von Coca Cola zu arbeiten. Die Arbeiter werden dann an einem Tag eingestellt und gleich wieder entlassen, somit haben sie auf keine Zukunft und Sicherheit.) Wir bestellen extra nicht so scharfes Essen und für mich war es trotzdem noch scharf ;), aber das war nicht so schlimm. Nachdem ich versucht hatte mit den Fingern zu essen, wie das hier so üblich ist, nahm ich doch den Löffel zur Hilfe. Wir bekamen große Teller mit dem Essen darauf und jeder konnte sich etwas davon nehmen (das war richtig toll, weil man so nicht nur eine Sache, sondern ganz viele verschiedene probieren konnte). Nach diesem Essen fuhren wir dann nach Hause und gingen endlich (so meinten die anderen beiden *G*) schlafen. Ich war jedoch noch nicht müde und hörte mir noch ein bisschen Musik an, wobei wir feststellten, das wir alle drei gerne Hörspiele wie die drei Fragezeichen usw. hören :). Tina und Sophia sind wirklich super nett und wir kommen toll miteinander aus. Die beiden erklären mir wie es hier so läuft und worauf ich achten muss. Tina kommt aus Bayern und studiert dort Pädagogik. Sophia hat ihr Abitur auch dieses Jahr gemacht und wohnt ebenfalls in Mönchengladbach. Tina ist jetzt seit einem Monat hier und Sophia seit drei Monaten.

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