Hey ihr,
So nun erzähle ich euch doch auch mal von meinen Weihnachts- und Silvestertagen...
Mein Heiligabend fing wie ihr ja schon wisst nicht wirklich angenehm an... Ab 18.00 Uhr begann hier die Christmas Party mit den kleinen Kids. Es war also völlig überfüllt bei uns, da sich etwa 60 Leute (die Kids, die Aunties, wir und sämtliche sonstigen Arbeiter im Heim, samt Familien) in unser kleines "Wohnzimmer" gequetscht hatten. Die Inder sind ja leider etwas kitschig was den Schmuck angeht, daher blinkte und glitzerte das gesamte Zimmer. Ich hatte direkt Kopfschmerzen (die ja dann zu den andren Schmerzen dazu kamen :( ). Es wurden einige etwas unharmonische Lieder gesungen und Geschichten erzählt. Schließlich kam es dann zur Bescherung. Die kleinen Kinder haben ein Kuscheltier, Ohrringe und Bindis (die Dinger die man sich auf die Stirn klebt) geschenkt bekommen. Wir Volunteere bekamen jeder einen Topf (das is hier echt was gutes, weil dann ham wir was wo wir unser Obst reinpacken können), und ein Shirt (nicht mein Geschmack, aber was solls). Später am Abend haben wir uns dann mit einer früheren Volunterin, die mit ihrer Freundin zu Besuch in Indien war, in unser Zimmer gesetzt und Wein getrunken und Kekse gegessen und versucht uns einen etwas besinnlicheren, ruhigen Abend zu machen. Später habe ich dann auch noch mit meiner Familie telefoniert, dir mir dann gleich was vorgesungen haben :) .
Die nächsten Tage (oder eigentlich bis jetzt 7.1.07) fragten mich die Kinder immer wieder: Wann kommt denn der Weihnachstmann wieder...
Silvester war auch eher ruhig. Das gesamte Heim .. alle Kinder.. mussten um 23.45 Uhr in den Bus steigen um die Gründerin des Heims vom Flughafen abzuholen. Das heißt sie haben alle ihren Neujahrsmorgen im Bus im Stau verbracht. Toll was. Wir haben uns oben auf die Terasse gesetzt (diesmal mit einem Mädchen, die hier in einer anderen Organisation arbeitet, die Tina im Flugzeug kennengelernt hatte). Mit einer Flasche Wein und 2 Flaschen Bier feierten wir dann zu viert ins neue Jahr, während wir zu der Musik aus den Nachbarhäusern tanzten.
Obwohl Inder eigentlich zu allem Feuerwerk bringen, hielt sich das an Silvester leider ziemlich in Grenzen. Um etwa 1 Uhr gingen wir dann runter, da die Gründerin in zwischen angekommen war und begrüßten sie ( oh man war es still .. kein Kind sprach.. unglaublich ;) ). Voll strange *G*
...
Inzwischen ist schon wieder etwas Zeit vergangen... Es ist Ende Januar (puhh ich bin tatsächlich schon seit drei Monaten hier) und unsere Nerven sind am Ende... Nicht wegen der Kinder, nein, die sind echt in Ordnung (halt wie Kinder eben so sind). Aber die Gründerin dieses ganzen hier, dreht total am Rad, die motzt nur rum, verbessert ständig jeden, meckert an allem rum, motzt jeden an, weil die Kinder ja zu laut seien (in einem Kinderheim!!!) Wir müssen mit den Kindern jetzt ständig weg, damit sie ihre Ruhe hat. Sie bekommt ihr eigenes extra Essen gekocht und geliefert (die lässt sich wirklich wie eine Königin behandeln, als wären wir immer noch in der Kolonialzeit). Die Aunties und auch alle anderen lassen sich dieses Verhalten natürlich gefallen und kriechen ihr auch noch gaaanz tief in den A**** , da sie ja um ihren Job fürchten müssen, wenn sie es wagen, etwas gegen das Wort der "Queeny" zu sagen. Mit Kindern kann die überhaupt nicht umgehen, die haben alle Angst vor ihr. Letztens schrie sie ein 1,5 Jahre altes Mädchen solange an, sie solle Essen (und stopfte das Essen in sie rein) bis diese es wieder ausgespuckt hat... Dann sagte sie nur noch "S*** is a bad girl" und ging mit einem Blick auf dieses Kind weg, das ist unglaublich. Total abschätzig. Grundsätzlich ist hier niemand etwas wert. Unsere Meinung wird nicht mal geduldet. Sie hat gerade ein Kind zur Schule geschickt, was lange noch nicht reif dafür ist (sie kennt das Kind ja überhaupt nicht, woher auch) Wir haben aber schon sehr viel Erfahrung mit ihr und wissen auch gerade wie sie lernt und wieviel sie kann. Aber nein wir sind zu unwichtig, als das man uns mal fragt. Die Lehrerin kam heute völlig mit den Nerven am Ende zu mir hin und fragte mich was sie machen soll, das sie das Kind nicht unter Kontrolle kriegt.
Nun ja dies nun erstmal zu den nicht so schönen Details der letzten fünf Wochen.
Nun erzähl ich euch aber doch mal was von den guten Dingen.
Die Kinder spielen jetzt viel häufiger und ich weiß endlich, was ich mit den älteren Abends machen kann, wenn ich mich um die kümmern soll. (Vorher saßen die nur rum und haben "studiert". (sollten sie zumindest).
Mhh ich sehe es wird schon wieder viel zu viel was ich hier schreibe, daher hör ich jetzt erstmal auf und erzähl euch später von den positiven Dingen...
Bis dann
07 Januar 2007
05 Januar 2007
mein Urlaub in Gokarna
Hey Leute,
so da bin ich wieder mit einem so ausführlichem Bericht (ich bin mir nicht sicher an wieviel ich mich erinnern kann *G*) wie möglich.
Also zunächst einmal fuhr ich am Mittwoch (27.12.) abend mit Gokul mit dem Auto zu der Station, an dem der Sleeper Bus losfahren würde. Um halb 10 fuhr dieser dann auch endlich los und war ganz gegen meiner Erwartung richtig gemütlich (die Betten waren sogar weicher, als das was ich im Heim habe ;) ) Allerdings sind die Straßen hier ja leider so schlecht und der Verkehr so chaotisch, dass ich ständig von einer Seite zur anderen rollte...
Die Nacht war also nicht sehr angenehm, wobei es am Fenster auch noch unglaublich kalt war, weil die nicht ordentlich abgedichtet sind. Um 7 Uhr morgens kamen wir dann endlich in Gokarna, einem kleinem Dorf nicht weit von Goa, an und wurden auch gleich von Indra und Anna abgeholt. Zusammen gingen wir dann erstmal zum Hotel und luden unsere Sachen ab. Ich hatte nicht wirklich Lust zu schlafen, da ich schließlich nur sehr wenige Tage hier sein werde, so gingen wir direkt mal zum Frühstück. Das Cafe am Gokarna Beach war voller Touristen. Es gab dort wirklich nur Europäer! Das war schon ganz schön seltsam. Ich aß zum ersten mal seit 2 Monaten endlich mal wieder ein ordentliches Brot mit Käse und Salat...
Am Mittag machten wir uns dann auf den Weg zum Kudle Beach. Wir liefen entlang der Küste über einige Felsen und genossen die Aussicht. Am Kudle Beach entschlossen wir uns mit dem Boot zum Paradise Beach zu fahren und dort den Nachmittag zu verbringen. Dort angekommen aßen wir ersteinmal zu Mittag (hmm Nudeln :), bzw die anderen Fisch). Danach gingen wir im sehr salzigen und richtig warmen (Badewannentemperatur) Meer schwimmen. Am Paradise Beach waren kaum Leute. Außer uns vier waren dort vielleicht noch 10 andere, daher war es schön ruhig und nicht überfüllt wie an anderen Stränden.
Den Nachmittag verbrachte ich damit in der Sonne bzw. nachher im Schatten zu liegen und die Ruhe und das Meeresrauschen zu genießen. Am Abend fuhren wir dann mit dem Boot im Sonnenuntergang zurück. Abends aßen wir noch in einem Lokal, wo ich endlich mal wieder ein Steak essen konnte...
Am nächsten morgen (Freitag) schlief ich erstmal aus und ging dann mit Indra frühstücken (Anna gings nicht gut und Gokul hatte schon früher am morgen gefrühstückt). Es gab Sandwichs mit Käse.
Später gingen wir wieder zum Kudle Beach (ohne Anna, der es immer noch nicht so gut ging) und aßen zu Mittag, legten uns an den Strand, waren schwimmen. Es gab richtig viele Leute in meinem Alter dort. Ich habe 2 Mädels aus Frankreich, eine aus England und 3 Jungs aus Israel (die hatten ne Gitarre, mit der ich dann den ganzen nachmittag gespielt hab ;) ) kennengelernt. Abends gingen wir mit den beiden Französinnen dann wieder in das selbe Lokal, wo ich nen richtig tollen griechischen Salat gegessen hab (sorry das ich hier irgendwie ständig übers Essen rede, aber das gibts halt im Heim alles nicht :) ).
Am Sonntag gingen wir dann nochmal zum Kudle Beach, da wir für den Paradise Beach leider nicht genug Zeit hatten (wir mussten ja abends um 7 den Bus nach Hause nehmen). Wir aßen Pizza, die ich nicht ganz so toll fand, die anderen aber schon... (vielleicht haben die noch nie ordentliche Pizza gegessen *G* gibts hier in Indien ja nicht wirklich).
Nach etwa 2 Stunden am Strand und 5 Lemon Juice (frischgepresst .. total lecker und das kann man hier überall kaufen , auch in Bangalore ;) ), gingen wir dann zurück ins Hotel um unsere Sachen zu packen. Die Busfahrt zurück war eigentlich genauso wie die Hinfahrt, nur das ich 2 Deutsche kennengelernt hab mit denen ich mich dann ein bisschen unterhalten konnte.
Zu Hause angekommen (so um halb 8 morgens) fiel ich erstmal ins Bett und erholte mich von meinem anstrengenden Urlaub ;)
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