Hey ihr,
ja so lange ist es her, dabei hatte ich doch gesagt ich werde mich jetzt haufiger melden.. ich habe aber auch eine wirklich gute Ausrede...
Dazu aber spaeter... zunaechst einmal meine Reise...
Zunaechst muss ich erstmal von der besten Fruehstuecksmoeglichkeit in Indien erzaehlen. Dort habe ich seit .. zum ersten mal seit ich in Indien bin, richtig leckeres Fruehstueck mit Croissants, frischem Saft und allem drum und dran bekommen.
Am (das Datum werd ich noch hinzufuegen, weiss ich gerade nicht) fuhren wir dann von Pondicherry 7 stunden lang nach Chennai (das liegt hier leider nicht nur an den Strecken, sondern auch an den unglaublichen Bummelzuegen). Dort nahmen wir, da wir uns in Chennai so wenig wie moeglich aufhalten wollten, nach einem Abendessen in einem Restaurant mit Klimaanlage (voll toll, bei Aussentemperaturen von 45 Grad) den Uebernachtzug nach Visakapatnam. Leider hatten wir Betten am Gang und wurden von den 20 Maennern, die um uns rumlagen angestarrt (wird man hier eigentlich immer.. ist ziemlich laestig, als ob die noch nie Auslaender gesehen haetten...) Ich habe dann einfach mein Bettlaken vor das Bett gehangen und konnte in Ruhe schlafen.
Am naechsten Morgen kamen wir auch tatsaechlich in Visakapatnam an. Nach dieser insgesamt etwa 20 stuendigen Fahrt begaben wir uns erstmal vergeblich auf die Suche nach einem Hotel. Die Hitze wurde unertraeglich und da wir keine Karte hatten, mussten wir uns von geldgierigen Rikschafahreren durch die ganze Stadt kutschieren lassen und haben nach 4 Stunden suchen und unmengen verschwendetem Geld, endlich ein angenehmes Hotel gefunden. Dort fielen wir nur noch in unsere Betten und schliefen sofort ein. Leider faellt mir beim besten willen nicht mehr ein, wie das Hotel und die Umgebung ausgesehen hat.. wahrscheinlich habe ich es einfach aus meinem Gedaechtnis verdraengt, da es nicht besonders toll war...
Ein paar Tage spaeter fuhren wir auf jedenfall wieder los um uns endlich an einen ruhigeren Ort niederzulassen. Morgens um 6 Uhr sollte der Zug nach Jagdalpur normalerweise starten. Der Lonely Planet versprach uns eine angenehme Fahrt mit schoenem Ausblick. Da wir kein 2. klassetiket mehr bekommen hatten, aber unbedingt aus der Stadt rauswollten, hatten wir uns ein 1. Klassetiket geholt. Unsere Freude auf ein bisschen Luxus wurde aber dadurch getruebt, das wir anscheinend mit einer 6 koepfigen Familie (1 schreiendes Baby inklusive) in einer Kabine, die sich ausser der paar Ventilatoren ueberhaupt nicht von der 2. Klasse unterschied fahren wuerden. Nachdem der Zug mit 2 Stunden Verspaetung doch noch losfuhr wurde uns auch klar, warum er als angenehm beschrieben wurde... Wir fuhren etwa mit 20 km/h ... 12 Stunden lang! Am TAG! Im Stockdunkeln kamen wir doch endlich in Jagdalpur an und nahmen uns direkt eine Fahradrikscha (Autos gabs nicht.. schonmal ein gutes Zeichen) zum einzigen Hotel, das im Lonely Planet drinstand. Als wir dort ankamen, waren wir doch tatsaechlich guter Hoffnung hier ein paar erholsame, entspannte Tage zu verbringen. Das Restaurant war gleich unten im Hotel und somit mussten wir uns nichtmal viel bewegen. Leider, leider funktioniert in Indien ja gar nix... Nicht mal Ruhe und Entspannung!!! Morgens um 10 Uhr fingen die Handwerker an zu arbeiten, die das Hotel fuer die Hauptsaison wieder in Schuss bringen sollten. Die gesamte Nacht wurden wir dank mangelnder Moskitovorrichtungen an den Fenstern und einem Ventilator der dank staendigen stromaussfaellen immer wieder ausging, von Muecken (bzw. dem Moskitonetz (ich erklaere hiermit jeden fuer verrueckt der freiwillig unter sowas schlaeft)) und Hitze wach gehalten. Am naechsten Tag wurde Katrin dann auch noch krank und der Strom viel ganz aus. Das Restaurant unten, leider das einzige in der gesamten Stadt, machte so oelige Speisen, das wir beide Magenprobleme bekamen. 5 Tage lang ohne Strom (bei 40 Grad Aussentemperatur), keiner Beschaeftigungsmoeglichkeit (kein Internet, kein Fernseher, keine Natur) brachten uns an den Rand des Wahnsninns... dazu fiel das Wasser auch noch hin und wieder aus. Schliesslich fanden wir ueber den Hotelier doch noch eine Moeglichkeit Tikets bis nach Darjeeling zu bekommen (wir wollten die nicht einzeln jeweils vor ort kaufen, da die Bahntikets alle ausgebucht waren und wir keine weiteren Zwischenstops einlgen wollten) und machten uns auch direkt auf den Weg. Am 4. Juni stiegen wir in den wohl allerbesten Bus Indiens! Unglaublich gemuetliche Sitze, weiche Kuscheldecken und Stille! Leider wurde es durch die Klimaanlage etwas kuehl, aber das war wenigstens mal eine gelungene Abwechslung zum Hitzeschock!!!
Morgens um 6 Uhr kamen wir in Raipur an, wo wir abends um 5 Uhr den Flug nach Kolkatta (1 Stunde statt 12 stunden Zug) nehmen wollten. Wir legten uns am Bahnhof ein paar Stunden in den Warteraum um etwas zu schlafen und gingen schliesslich fruestuecken (12.00 Uhr) Nachdem wir noch mal 150 Rupien fuer die Fahrt zum Flughafen bezahlt hatten, stiegen wir endlich in den Flieger. In Kolkatta sollte uns dann eigentlich ein Travel Agent abholen, der uns dann zum Bus bringen sollte... Wie in Indien ja so ueblich ist (auf nichts und niemanden ist Verlass) tauchte der Typ nicht auf und wir machten und nach 1,5 Stunden warten selbst auf die Suche nach der Busstation. Mit dem Taxi fuhren wir 1,5 Stunden in die Stadt und bekamen auch direkt eine Moeglichkeit mit dem Bus zu fahren. Mit einer Stunde Verspaetung fuhren wir (zu zweit) auf eine Liegeflaeche von etwa 100 mal 200 cm gequetscht los. Da der jeweils andere bei der kleinsten Bewegung wach wurde, war die Fahrt nicht gerade angenehm. Zudem lag ich halb unter einer Stange und hatte das Gefuehl ich haette halb soviel Platz wie meine Schultern breit sind... Jetzt weiss ich wie sich Sardinen fuehlen...
Da die grossen Busse nicht in den Himalaya fahren koennen, mussten wir in Siliguri noch einmal umsteigen... Dort bekam ich aus unbekannten Gruenden nen totalen Schock (mein gesamter Ruecken fing an wie Feuer zu brennen, man konnte jedoch nichts sehen). Ich denke mal das das aufgrund der Tatsache war, das es unglaublich warm und stickig war und ich seit mehr als 24 Stunden nichts gegessen hatte. Heulend vor Schmerzen stieg ich dennoch in den Bus ein und alle um mich rum waren vollkommen besorgt. Ich bekam einen Platz am Fenster und sollte mir die Schuhe ausziehen.. Mir wurde Wasser und alles Moegliche zu Essen angeboten und alle schaute mit so einem unglaublich fuersorglichen Blick, das ich mich richtig wohl gefuehlt habe. Nach etwa 30 Minuten wurde es wieder besser und ich setzte mich wieder neben Katrin... Die gesamte Fahrt musste ich darauf achten ruhig zu atmen und mich nicht anzulehnen, damit es nicht wieder anfing. Nach 3,5 Stunden Fahrt und einem Temperaturunterschied von 20 Grad wurde es dann wieder gut und ich konnte mich normal bewegen. In Darjeeling waren wir nur noch froh, das uns ein Taxi zum Hotel brachte und wir dort duschen konnten. Vorher gingen wir allerdings noch in ein unglaublich suesses kleines Restaurant 2 min. entfernt und assen tolle Pasta mit Tomatensauce. Es gab dort 3 Tische und die Familie war unglaublich suess. Ein kleines Maedchen brachte uns laechelnd die Getraenke, waehrend ihre vor sich hinsingende Mama uns versicherte, das das Essen bald kommt und wir nicht mehr lang hungrig sein muessen....
Nach dem Essen gingen wir zurueck ins Hotel und ich ging nach einer angenehm heissen Dusche (die Worte angenehm heiss habe ich seit Monaten nicht mehr zusammen verwendet) sofort schlafen. Heute morgen wachte ich sehr frueh auf und stellte fest, dass ich zum ersten mal seit langer Zeit nicht nassgeschwitzt war. Nach einem leckeren Fruehstueck kam ich hier ins Internetcafe um endlich meine gesamten Gedanken aufzuschreiben und natuerlich euch mitzuteilen...
Bis bald....
07 Juni 2007
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