Es war einmal eine Familie...
die war nich wirklich dolle... ziemlich abgehoben.. sie hatten ein Aupair, dass sie eher wie ein Dienstmädchen behandelt haben...
sie bekam keinen Schlüssel und musste deswegen immer vor 1 Uhr nachts zu Hause sein (was in Madrid am Wochenende ziemlich unmöglich ist, da vor 2 Uhr nichts los ist). Da gaben sie ihr die Möglichkeit erst am nächsten morgen um 8 Uhr nach Hause zu kommen und sich zu überlegen wo sie bleibt... aber trotzdem sollte sie um 8 Uhr arbeiten.
Natürlich ist es, wie ihr euch sicher denken könnte alles schief gelaufen... Das Aupair kam am Samstag morgen um 6 Uhr nach Hause und musste, da es eiskalt war und regnete, das Dienstmädchen aus dem Bett klingeln, wovon die Eltern gar nichts mitkriegen...
so jetzt hörts auf märchenhaft zu sein und ich schreibe lieber wieder normal...
Ich habe mich natürlich bei dem Dienstmädchen entschuldigt und sie sagte mir es wäre ok... dann habe ich den Wecker auf 8 Uhr gestellt, da ich mir dachte, dass sie trotz meines Anrufs am letzten Abend, erwarten werden, dass ich arbeite...
Es kam wie es kommen musste, ich habe meinen Wecker nicht gehört (als ich um viertel vor neun aufwachte war ich hell wach, also daran lag es nicht.. ich schätze ich hab nen falschen Knopf gedrückt)
Die Mutter kam um zehn vor neun (ich war gerade aufgestanden udn wollte mich anziehn) an meine Türe und motzt mich an, dass das nie wieder passieren dürfte und dass es wohl nicht sein könne, das sie sich an einem Samstag morgen um ihr eigenes Kind kümmern müsste (das hat sie wortwörtlich gesagt).
Der kleinste ist wohl aus seinem Bett raus und hat durch das Öffnen der Zwischentür den Alarm ausgelöst, da er in die KÜche wollte um seine Milch zu bekommen... Obwohl ich den Alarm nicht abstellen kann und dem Kind auch noch nie seine Milch gegeben habe (das machen die Dienstmädchen immer) war es alles meine Schuld... ich hätte wahrscheinlich auch mit meiner Anwesenheit nichts ausrichten können, da die Kinder so verwöhnt sind, dass sie wenn sie nicht kriegen was sie wollen, sofort losschreien...
Ich gebe ja wirklich zu, dass das ganze blöd gelaufen ist, aber ich wüsste wirklich nicht was ich jetzt absichtlich falsch gemacht haben soll... ich hatte son ein schlechtes Gewissen, dass ich verschlafen hatte, dass ich wahrscheinlich die nächsten drei Wochenenden gar nicht mehr weggegangen wäre...
Tja.. also ich ziehe mich an und gehe in Richtung Küche um mich um die Kinder zu kümmern, da ruft mich die Gastmutter ins Wohnzimmer und sagt mir... Das funktioniert so nicht.. pack deine Sachen und geh!
Sie hat mich rausgeworfen.. in einer fremden Stadt mit einer Sprache, die ich kaum spreche...
ich bin dann also mit dem Taxi in die Stadt gefahren, habe mich in einem Hotel eingenistet und meine Freundinnen angerufen... die kamen dann auch und wir sind zusammen durch die Stadt gelaufen..
Am Nachmittag kriege ich dann einen Anruf (eher gesagt vier, die ich jedesmal weggedrückt habe) von meiner Gastmutter
Also schreibt sie mir eine SMS mit den Worten, wenn ich wollte könnte ich zurückkommen, sie mache sich Sorgen wo ich heute Nacht bleiben werde.
Ich habe ihr dann geantwortet, dass ich etwas für die Nacht habe und mich nicht wohl dabei fühlren würde zurück zu kommen...
Also blieb ich bis Dienstag in der Stadt, da Gisela von meiner Organisation mit der ich hier bin, dummerweise bis Montag abend in Deutschland war, um mich dann mit ihr zu treffen.
Sie erzählte mir, dass meine Familie mich wirklich gerne zurück haben möchte, da ihre Kinder nur noch weinen würden, weil ich weg bin und sie ja auch sonst total begeistert von mir seien...
Ich habe mich dann bereit erklärt unter folgenden zwei Bedingungen der Familie eine zweite Chance zu geben:
1. ich bin Teil der Familie und kein Dienstmädchen, so möchte ich also auch behandelt werden (sie hatten mich bei einem Besuch bei der Großmutter, wo auch andere Verwandte waren, nicht mal vorgestellt und ich sollte dann auch noch alleine in der Küche essen, während sie im Wohnzimmer alle zusammen saßen)
2. ich bekomme einen Schlüssel oder sie finden eine andere Möglichkeit, wo ich am Wochenende übernachten könnte. ( ich kann mit ihren vier Kindern alleine durch die Gegend ziehen, aber bin nicht vertrauenswürdig genug um auf den Haustürschlüssel aufzupassen??)
Meine Gastmutter hat das ganze dann so gedreht, dass sich eigentlich nichts verändert hätte, es aber doch so klingt...
Sie sagte, da ich das Monatstiket ja nicht brauchen würde, würde sie mir 85 euro (statt 70) in der Woche bezahlen würde und ich am Wochenende bis auf Sonntag nachmittag frei hätte und dann gucken könnte, wo ich übernachte... (Da ich das Monatstiket sehr wohl brauche, da ich zum Beispiel jeden Wochentag zur Sprachschule fahren muss und auch immer mal wieder nach Madrid muss, macht das ganze also gar keinen Unterschied)
Zu der Anschuldigung, sie würde mich wie ein Dienstmädchen behandeln, sagte sie nur, sie könne nichts dafür, wie ich in anderen Häusern behandelt werde (es war das Haus ihrer Mutter), aber sie würde mich ja als große Schwester der Kinder ansehen.. (achso deswegen esse ich auch mit den Dienstmädchen, während sie alleine im Wohnzimme isst und kriege keinen Schlüssel)
Ich habe also nein gesagt und Gisela gebeten mir eine neue Familie zu suchen. Die hat sie dann auch direkt gefunden und ich hab mich am Donnerstag mit der Mutter Casilda getroffen...
Vorher hatte ich aber wirklich ein paar schöne Tage in der Jugendherberge mit Leuten aus aller Welt...
Die neue Familie ist einfach nur super...
1. habe ich hier nicht das Gefühl, dass ich dafür da bin um die Kinder von den Erwachsenen fernzuhalten, sondern eher, dass sie am liebsten den ganzen Tag was mit ihren Kindern machen würden, es aber zeitlich einfach nicht schaffen..
2. habe ich direkt bei der Ankunft alle Schlüssel bekommen, so dass ich raus und wieder kommen kann wann ich möchte...
3. haben sie drei süße (naja sie sind auch anstrengend, aber so sind Kinder halt) Kinder von 2, 4 und 5 Jahren (2 Mädchen, 1 Junge) und sie erwartet auch noch Zwillinge (Ende des Monats), um die ich mich aber nicht kümmern muss... überhaupt muss ich mich eigentlich nur um die beiden älteren kümmern, da die Mutter nicht arbeitet und daher die kleinste meißtens bei sich hat...
4. habe ich das Wochenende bis Sonntag nachmittag frei
5. kriege ich 100 Euro die Woche (statt 65)
6. habe ich eine eigene Etage mit Bad, 2 Zimmern und Balkon, die ich selbst putzen darf (das durft ich vorher nicht und sowas ist echt ätzend, wenn ständig jemand an deine Sachen dran geht..)
7. sind die beiden total nett und überhaupt nicht abgehoben, obwohl man an den Möbel und Geräten schon sieht dass sie viel Geld haben
8. sie sind erst vor 2 Monaten aus London hier her gezogen, wo sie auch schon Aupairs hatten und möchten, dass ich mit den Kindern englisch rede, da sie es hier sonst wieder verlernen. Sie können es also sowohl sprechen als auch verstehen, was es viel einfacher macht
9. ich hab immer noch Internet im Zimmer
10. Sie freuen sich über jede Hilfe.. egal was ich mache und ich muss nichts spülen oder waschen, da sie dafür eine Putzfrau haben, die jeden Vormittag kommt. Sie macht auch das Mittagessen für die Kinder
10. meine Arbeitszeiten sind richtig super und ich kriege immer mal wieder einfach so frei, weil sie wegfahren oder jemand zu Besuch kommt usw.
11. ich wohne jetzt in Pozuelo, etwa 5 Minuten von den Häusern von zwei meiner Freundinnen entfernt...
Also wie ihr seht, bin ich hier überglücklich...
Die Kids hier sind natürlich anstrengend, wie jedes Kind und haben alle drei den Tick, wegen jeder Kleinigkeit zu schreien und zu heulen... sie überspringen dann einfach die Stufen: Reden, Motzen, Stur sein, beleidigt sein....
Sie sind aber total zutraulich... also sie kommen immer wieder an und wollen umarmt werden (sogar die 2 jährige und das ist nicht wirklich normal in dem Alter, dass das so schnell geht)
Gestern wollte ich sie zum Beispiel baden und die Viktoria (2) fing an zu weinen und konnte gar nicht mehr aufhören.. ich wusste einfach nicht warum, denn das Wasser war nicht zu heiß und ich hatt noch nicht mal mit dem waschen angefangen... Sie hat sich nicht beruhigt, bis ich sie in den Arm genommen habe, wo sie dann nicht mehr wegwollte und ich Schwierigkeitne hatte sie davon zu überzeugen, etwas anzuziehen...
Enrique hat dann auch so einen Terz gemacht, aber auch er konnte mir nicht sagen, was sein Problem ist.. ich glaube einfach es fehlt hier ein wenig Autorität, aber das krieg ich schon in den Griff, habe heute morgen Patricia (4) ne viertelstunde auf der Treppe sitzen lassen, weil sie nur geheult hat ohne irgendeinen Grund zu haben.. also es ist wirklich überhaupt nichts passiert.. sie saß da und fing an zu heulen.. hab sie gefragt was los sei und sie fing an zu schreien.. also hab ich sie rausgesetzt und ihr erklärt, dass sie nur wieder reinkann, wenn sie aufhört zu weinen...
Natürlich versuchen die Kids sich immer wieder hinter ihrer Mum zu verstecken, da sie wahrscheinlich sonst immer sagt, ja ist ok... aber sie hält voll zu mir :)
Ich habe inzwischen auch in der Sprachschule angefangen und nach der ersten Stunde beschloßen doch lieber ins zweite Level zu wechseln, da es im ersten doch zu langweilig ist...
Der zweite Kurs ist zwar schwer, aber ich verstehe mit etwas Mühe alles..
So das ist jetzt erstmal der neueste Stand
LG Verena
13 Februar 2008
16 Januar 2008
Meine ersten Tage...
Hola Alemania,
kaum wieder zu Hause gehts auch schon wieder weiter...
Am 15.1.2008 bestieg ich um 11.30 Uhr ohne weitere Probleme (ich hatte etwas Sorge wegen der vielen Gepäckstücke) den Flieger nach Mallorca. Von meinem Fensterplatz (29F das ist der ganz hinten, was mich darauf schließen lässt, dass ich eventuell etwas spät eingecheckt hatte), konnte ich noch sehen wie mein Gepäck als allerletztes eingepackt wurde. Ich glaube meine Gitarre musste ganz schön leiden. Schnell machte ich es mir in der leeren Reihe gemütlich, wurde davon aber von meinem sehr redseligen Nachbarn gestört, der sich doch endlich gerne auf seinen Platz setzen wollte... Nach etwa einer halben Stunde Flug stellten wir fest, dass wir auch beide mit der selben Maschine nach Madrid fliegen werden, was mich sehr erleichterte, da ich ja gehört hatte, dass der mallorcanische Flughafen unglaublich groß sein soll... Er musste geschäftlich nach Madrid und versprach mir auch gleich am nächsten Wochenende eine Citytour mit mir zu machen. In Mallorca angekommen, wäre ich am liebsten gleich da geblieben... Die Sonne schien und wir hatten gefühlte 30 Grad (was sich aber eventuell auf meine dicken Klamotten schieben lässt). Da wir nur sehr wenig Zeit hatten und dank Sofian (der neben mir im Flugzeug saß) erstmal voll in die falsche Richtung gelaufen sind (ich sollte wirklich einfach mal auf meinen eigenen Orientierungssinn vertrauen), mussten wir uns ziemlich beeilen, hatten da die Maschine Verspätung hatte doch noch Zeit etwas zu trinken.
In Madrid wäre ich am liebsten gar nicht ausgestiegen.. Der Himmel war grau und es war unglaublich stürmisch. Am Gepäckband angekommen stellte ich fest, dass ausnahmsweise doch mal alle Gepäckstücke direkt angekommen sind, dafür aber meine Familie auf sich warten lies. Als ich Maria Chao anrief, sagte sie mir sie müsse noch zu einem Treffen und käme etwa 30 Minuten zu spät.
Endlich im Auto war ich doch ganz schön k.o., obwohl es ja nur etwa 4 Stunden Flug waren. Im Hause angekommen stürmten uns erstmal die vier kleinen Kinder Maria (8), Natalia (6), Javier (4) und Luis (2) entgegen. Nachdem ich meine Sachen in meinem Zimmer abgelegt hatten, zeigten mir alle freudig das Haus. Es ist ein Bungalow, hat also nur eine Etage und ist recht groß. Die Mädchen und die Jungs schlafen jeweils zu zweit in einem Zimmer und haben je Paar ein Badezimmer (ich teile mir das mit den kleinen Jungs). Es gibt ein kleines Wohnzimmer wo sich die Familie am häufigsten aufhält und ein großes mit Esszimmer, was nur für besondere Anlässe gedacht ist (meiner Meinung nach ziemlich verschwenderisch, da es ja kaum genutzt wird). Der Garten ist recht klein, reicht aber aus um herumzutollen. Der Pool ist umzäunt sodass die Kinder nicht reinfallen können. Gegessen wird normalerweise in der Küche, wobei ich morgens und abends mit der Familie und mittags mit den beiden Dienstmädchen esse (Die Eltern essen lieber alleine im Esszimmer).
Die Kinder sind wirklich sehr süß, wenn auch ganz schön anstrengend. Am schwierigsten ist es natürlich sie zu verstehen, da ich ja nicht viel Spanisch spreche und die Kids auch noch unglaublich schnell reden. Trotzdem haben wir uns aber gut verstanden und ich bekam auch am Abend direkt einen Gutenachtkuss vom Jüngsten, was ich mal als gutes Zeichen deute.
Die Mutter ist zwar sehr nett, aber auch ganz schön anstrengend, da bei ihr immer alles perfekt sein muss. Die Betten müssen immer fein säuberlich gemacht werden, alles muss direkt in die Schränke geräumt werden, das Haus wird jeden Tag komplett gereinigt... Eben etwas übertrieben, aber man kann sich dran gewöhnen denk ich. Ein bisschen seltsam ist es aber schon. Ich habe immer das Gefühl etwas falsch zu machen und traue mich dementsprechend nicht wirklich etwas auf eigene Faust zu machen oder den Kinder etwas zu sagen. Ich hoffe einfach, dass sich das schnell legt und ich mich eingewöhne. Zwar sind die Eltern etwas überheblich, aber dabei auch immer freundlich und auch die Weise wie sie ihre Kinder erziehen, finde ich in Ordnung.
Heute bin ich erstmal losgezogen um mir die Umgebung anzuschauen. Ich wohne in einem kleinen Vorort namens Majadahona. Madrid ist schnell mit dem Bus zu erreichen. Um mir das Monatsticket für Bus und Metro zu besorgen, ging ich also erstmal für die Passfotos zum Fotogeschäft. Der Fotograf konnte einigermaßen Englisch, daher ging es recht einfach. Danach ging ich zu einem Kiosk um dort das besagte Ticket zu beantragen (auch hier sprach man englisch und konnte mir bei dem Formular helfen). Als nächstes war dann die Bank dran. Leider sprach dort niemand englisch und ich hatte Mühe ihnen begreiflich zu machen was ich möchte und dann auch noch zu verstehen, was sie antworteten. Schließlich verstand ich, dass ich noch ein Formular von der Polizei benötige und dann ein kostenloses Konto bei ihnen einrichten könne. Also ging ich wieder raus, machte noch einen stop beim Supermarkt, wo ich feststellte, dass ich schon wieder in einem Land ohne Graubrot gelandet bin, um mir die vergessenen Sachen, wie Shampoo und Zahnpasta zu besorgen und ging wieder zurück nach Hause.
Um 3 Uhr gab es dann endlich Mittagessen und obwohl es Reis gab und das ganze einen etwas fraglichen Eindruck machte, war es doch richtig lecker. Zumindest bin ich jetzt satt!
Heute nachmittag hole ich Luis vom Kindergarten und werde mich erstmal mit den Jungs beschäftigen, damit die Mädchen in Ruhe Hausaufgaben machen können, daher muss ich mir jetzt noch ein paar Spiele für die Kleinen überlegen...
Also bis bald..
Verena
kaum wieder zu Hause gehts auch schon wieder weiter...
Am 15.1.2008 bestieg ich um 11.30 Uhr ohne weitere Probleme (ich hatte etwas Sorge wegen der vielen Gepäckstücke) den Flieger nach Mallorca. Von meinem Fensterplatz (29F das ist der ganz hinten, was mich darauf schließen lässt, dass ich eventuell etwas spät eingecheckt hatte), konnte ich noch sehen wie mein Gepäck als allerletztes eingepackt wurde. Ich glaube meine Gitarre musste ganz schön leiden. Schnell machte ich es mir in der leeren Reihe gemütlich, wurde davon aber von meinem sehr redseligen Nachbarn gestört, der sich doch endlich gerne auf seinen Platz setzen wollte... Nach etwa einer halben Stunde Flug stellten wir fest, dass wir auch beide mit der selben Maschine nach Madrid fliegen werden, was mich sehr erleichterte, da ich ja gehört hatte, dass der mallorcanische Flughafen unglaublich groß sein soll... Er musste geschäftlich nach Madrid und versprach mir auch gleich am nächsten Wochenende eine Citytour mit mir zu machen. In Mallorca angekommen, wäre ich am liebsten gleich da geblieben... Die Sonne schien und wir hatten gefühlte 30 Grad (was sich aber eventuell auf meine dicken Klamotten schieben lässt). Da wir nur sehr wenig Zeit hatten und dank Sofian (der neben mir im Flugzeug saß) erstmal voll in die falsche Richtung gelaufen sind (ich sollte wirklich einfach mal auf meinen eigenen Orientierungssinn vertrauen), mussten wir uns ziemlich beeilen, hatten da die Maschine Verspätung hatte doch noch Zeit etwas zu trinken.
In Madrid wäre ich am liebsten gar nicht ausgestiegen.. Der Himmel war grau und es war unglaublich stürmisch. Am Gepäckband angekommen stellte ich fest, dass ausnahmsweise doch mal alle Gepäckstücke direkt angekommen sind, dafür aber meine Familie auf sich warten lies. Als ich Maria Chao anrief, sagte sie mir sie müsse noch zu einem Treffen und käme etwa 30 Minuten zu spät.
Endlich im Auto war ich doch ganz schön k.o., obwohl es ja nur etwa 4 Stunden Flug waren. Im Hause angekommen stürmten uns erstmal die vier kleinen Kinder Maria (8), Natalia (6), Javier (4) und Luis (2) entgegen. Nachdem ich meine Sachen in meinem Zimmer abgelegt hatten, zeigten mir alle freudig das Haus. Es ist ein Bungalow, hat also nur eine Etage und ist recht groß. Die Mädchen und die Jungs schlafen jeweils zu zweit in einem Zimmer und haben je Paar ein Badezimmer (ich teile mir das mit den kleinen Jungs). Es gibt ein kleines Wohnzimmer wo sich die Familie am häufigsten aufhält und ein großes mit Esszimmer, was nur für besondere Anlässe gedacht ist (meiner Meinung nach ziemlich verschwenderisch, da es ja kaum genutzt wird). Der Garten ist recht klein, reicht aber aus um herumzutollen. Der Pool ist umzäunt sodass die Kinder nicht reinfallen können. Gegessen wird normalerweise in der Küche, wobei ich morgens und abends mit der Familie und mittags mit den beiden Dienstmädchen esse (Die Eltern essen lieber alleine im Esszimmer).
Die Kinder sind wirklich sehr süß, wenn auch ganz schön anstrengend. Am schwierigsten ist es natürlich sie zu verstehen, da ich ja nicht viel Spanisch spreche und die Kids auch noch unglaublich schnell reden. Trotzdem haben wir uns aber gut verstanden und ich bekam auch am Abend direkt einen Gutenachtkuss vom Jüngsten, was ich mal als gutes Zeichen deute.
Die Mutter ist zwar sehr nett, aber auch ganz schön anstrengend, da bei ihr immer alles perfekt sein muss. Die Betten müssen immer fein säuberlich gemacht werden, alles muss direkt in die Schränke geräumt werden, das Haus wird jeden Tag komplett gereinigt... Eben etwas übertrieben, aber man kann sich dran gewöhnen denk ich. Ein bisschen seltsam ist es aber schon. Ich habe immer das Gefühl etwas falsch zu machen und traue mich dementsprechend nicht wirklich etwas auf eigene Faust zu machen oder den Kinder etwas zu sagen. Ich hoffe einfach, dass sich das schnell legt und ich mich eingewöhne. Zwar sind die Eltern etwas überheblich, aber dabei auch immer freundlich und auch die Weise wie sie ihre Kinder erziehen, finde ich in Ordnung.
Heute bin ich erstmal losgezogen um mir die Umgebung anzuschauen. Ich wohne in einem kleinen Vorort namens Majadahona. Madrid ist schnell mit dem Bus zu erreichen. Um mir das Monatsticket für Bus und Metro zu besorgen, ging ich also erstmal für die Passfotos zum Fotogeschäft. Der Fotograf konnte einigermaßen Englisch, daher ging es recht einfach. Danach ging ich zu einem Kiosk um dort das besagte Ticket zu beantragen (auch hier sprach man englisch und konnte mir bei dem Formular helfen). Als nächstes war dann die Bank dran. Leider sprach dort niemand englisch und ich hatte Mühe ihnen begreiflich zu machen was ich möchte und dann auch noch zu verstehen, was sie antworteten. Schließlich verstand ich, dass ich noch ein Formular von der Polizei benötige und dann ein kostenloses Konto bei ihnen einrichten könne. Also ging ich wieder raus, machte noch einen stop beim Supermarkt, wo ich feststellte, dass ich schon wieder in einem Land ohne Graubrot gelandet bin, um mir die vergessenen Sachen, wie Shampoo und Zahnpasta zu besorgen und ging wieder zurück nach Hause.
Um 3 Uhr gab es dann endlich Mittagessen und obwohl es Reis gab und das ganze einen etwas fraglichen Eindruck machte, war es doch richtig lecker. Zumindest bin ich jetzt satt!
Heute nachmittag hole ich Luis vom Kindergarten und werde mich erstmal mit den Jungs beschäftigen, damit die Mädchen in Ruhe Hausaufgaben machen können, daher muss ich mir jetzt noch ein paar Spiele für die Kleinen überlegen...
Also bis bald..
Verena
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