16 Januar 2008

Meine ersten Tage...

Hola Alemania,

kaum wieder zu Hause gehts auch schon wieder weiter...

Am 15.1.2008 bestieg ich um 11.30 Uhr ohne weitere Probleme (ich hatte etwas Sorge wegen der vielen Gepäckstücke) den Flieger nach Mallorca. Von meinem Fensterplatz (29F das ist der ganz hinten, was mich darauf schließen lässt, dass ich eventuell etwas spät eingecheckt hatte), konnte ich noch sehen wie mein Gepäck als allerletztes eingepackt wurde. Ich glaube meine Gitarre musste ganz schön leiden. Schnell machte ich es mir in der leeren Reihe gemütlich, wurde davon aber von meinem sehr redseligen Nachbarn gestört, der sich doch endlich gerne auf seinen Platz setzen wollte... Nach etwa einer halben Stunde Flug stellten wir fest, dass wir auch beide mit der selben Maschine nach Madrid fliegen werden, was mich sehr erleichterte, da ich ja gehört hatte, dass der mallorcanische Flughafen unglaublich groß sein soll... Er musste geschäftlich nach Madrid und versprach mir auch gleich am nächsten Wochenende eine Citytour mit mir zu machen. In Mallorca angekommen, wäre ich am liebsten gleich da geblieben... Die Sonne schien und wir hatten gefühlte 30 Grad (was sich aber eventuell auf meine dicken Klamotten schieben lässt). Da wir nur sehr wenig Zeit hatten und dank Sofian (der neben mir im Flugzeug saß) erstmal voll in die falsche Richtung gelaufen sind (ich sollte wirklich einfach mal auf meinen eigenen Orientierungssinn vertrauen), mussten wir uns ziemlich beeilen, hatten da die Maschine Verspätung hatte doch noch Zeit etwas zu trinken.
In Madrid wäre ich am liebsten gar nicht ausgestiegen.. Der Himmel war grau und es war unglaublich stürmisch. Am Gepäckband angekommen stellte ich fest, dass ausnahmsweise doch mal alle Gepäckstücke direkt angekommen sind, dafür aber meine Familie auf sich warten lies. Als ich Maria Chao anrief, sagte sie mir sie müsse noch zu einem Treffen und käme etwa 30 Minuten zu spät.

Endlich im Auto war ich doch ganz schön k.o., obwohl es ja nur etwa 4 Stunden Flug waren. Im Hause angekommen stürmten uns erstmal die vier kleinen Kinder Maria (8), Natalia (6), Javier (4) und Luis (2) entgegen. Nachdem ich meine Sachen in meinem Zimmer abgelegt hatten, zeigten mir alle freudig das Haus. Es ist ein Bungalow, hat also nur eine Etage und ist recht groß. Die Mädchen und die Jungs schlafen jeweils zu zweit in einem Zimmer und haben je Paar ein Badezimmer (ich teile mir das mit den kleinen Jungs). Es gibt ein kleines Wohnzimmer wo sich die Familie am häufigsten aufhält und ein großes mit Esszimmer, was nur für besondere Anlässe gedacht ist (meiner Meinung nach ziemlich verschwenderisch, da es ja kaum genutzt wird). Der Garten ist recht klein, reicht aber aus um herumzutollen. Der Pool ist umzäunt sodass die Kinder nicht reinfallen können. Gegessen wird normalerweise in der Küche, wobei ich morgens und abends mit der Familie und mittags mit den beiden Dienstmädchen esse (Die Eltern essen lieber alleine im Esszimmer).

Die Kinder sind wirklich sehr süß, wenn auch ganz schön anstrengend. Am schwierigsten ist es natürlich sie zu verstehen, da ich ja nicht viel Spanisch spreche und die Kids auch noch unglaublich schnell reden. Trotzdem haben wir uns aber gut verstanden und ich bekam auch am Abend direkt einen Gutenachtkuss vom Jüngsten, was ich mal als gutes Zeichen deute.

Die Mutter ist zwar sehr nett, aber auch ganz schön anstrengend, da bei ihr immer alles perfekt sein muss. Die Betten müssen immer fein säuberlich gemacht werden, alles muss direkt in die Schränke geräumt werden, das Haus wird jeden Tag komplett gereinigt... Eben etwas übertrieben, aber man kann sich dran gewöhnen denk ich. Ein bisschen seltsam ist es aber schon. Ich habe immer das Gefühl etwas falsch zu machen und traue mich dementsprechend nicht wirklich etwas auf eigene Faust zu machen oder den Kinder etwas zu sagen. Ich hoffe einfach, dass sich das schnell legt und ich mich eingewöhne. Zwar sind die Eltern etwas überheblich, aber dabei auch immer freundlich und auch die Weise wie sie ihre Kinder erziehen, finde ich in Ordnung.

Heute bin ich erstmal losgezogen um mir die Umgebung anzuschauen. Ich wohne in einem kleinen Vorort namens Majadahona. Madrid ist schnell mit dem Bus zu erreichen. Um mir das Monatsticket für Bus und Metro zu besorgen, ging ich also erstmal für die Passfotos zum Fotogeschäft. Der Fotograf konnte einigermaßen Englisch, daher ging es recht einfach. Danach ging ich zu einem Kiosk um dort das besagte Ticket zu beantragen (auch hier sprach man englisch und konnte mir bei dem Formular helfen). Als nächstes war dann die Bank dran. Leider sprach dort niemand englisch und ich hatte Mühe ihnen begreiflich zu machen was ich möchte und dann auch noch zu verstehen, was sie antworteten. Schließlich verstand ich, dass ich noch ein Formular von der Polizei benötige und dann ein kostenloses Konto bei ihnen einrichten könne. Also ging ich wieder raus, machte noch einen stop beim Supermarkt, wo ich feststellte, dass ich schon wieder in einem Land ohne Graubrot gelandet bin, um mir die vergessenen Sachen, wie Shampoo und Zahnpasta zu besorgen und ging wieder zurück nach Hause.

Um 3 Uhr gab es dann endlich Mittagessen und obwohl es Reis gab und das ganze einen etwas fraglichen Eindruck machte, war es doch richtig lecker. Zumindest bin ich jetzt satt!

Heute nachmittag hole ich Luis vom Kindergarten und werde mich erstmal mit den Jungs beschäftigen, damit die Mädchen in Ruhe Hausaufgaben machen können, daher muss ich mir jetzt noch ein paar Spiele für die Kleinen überlegen...

Also bis bald..

Verena

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Klingt doch alles schonmal ganz gut! Bin gespannt, ob du dann mit fließend Spanisch zurückkommst;-)

HDL

Verena hat gesagt…

na aber sicher.. ich lern schon fleißig *G*